Quantentechnologien haben das Potenzial, unsere Gesellschaft nachhaltig zu verändern - sowohl im Guten als auch im Schlechten. Quantensimulationen beispielsweise: Sie können eine wichtige Rolle in der Bekämpfung des Klimawandels spielen, aber etwa auch bei der Entwicklung chemischer Waffen genutzt werden. Wie also können wir sicherstellen, dass unsere Gesellschaft von den Quantentechnologien profitiert und Risiken vermindert werden?

In einem Kommentar mit dem Titel “A call for responsible quantum technology”, der heute in Nature physics veröffentlicht wurde, plädieren Urs Gasser, Leiter des Quantum Social Labs am TUM Think Tank, und Co-Autor:innen Eline De Jong und Mauritz Kop für den verantwortungsvollen Umgang mit Quantentechnologien und die Festlegung von Leitlinien. Die Basierend auf einer internationalen und interdisziplinären Initiative des Stanford Center for Responsible Quantum Technology präsentieren die Autor:innen einFramework für verantwortungsvolle Quantentechnologien, welches ethische, legale, sozio-ökologische und politische Implikationen in die Forschung und Entwicklung von Quantentechnologien integriert.

Die Entwicklung geeigneter Leitplanken und Governance-Frameworks für Quantentechnologien gehört zu den Hauptzielen des Quantum Social Lab, das von Urs Gasser und Fabienne Marco geleitet wird. Zu diesem Zweck bringt das Lab eine interdisziplinäre Gemeinschaft zusammen, um die Entwicklung und Nutzung quantenbasierter Anwendungen zu untersuchen, zu bewerten und mitzugestalten sowie verantwortungsvolle Innovationen zu fördern.

"Die Geschichte lehrt uns, dass ethische, rechtliche, sozioökonomische und politische Implikationen oft erst im Nachhinein bedacht werden, nachdem eine leistungsstarke Technologie ihren Weg aus dem Labor findet", sagt der Hauptautor Urs Gasser. "Angesichts der möglichen Auswirkungen der Quantentechnologie sollten wir diesen Fehler nicht wiederholen und Leitplanken aufstellen, solange die Technologie noch formbar ist. Unser Aufruf in Nature Physics lädt die wissenschaftliche Gemeinschaft ein, bei der Festlegung von Prinzipien und Praktiken mitzuwirken.”

Den gesamten Kommentar zur verantwortungsvollen Quantentechnologie finden Sie in Nature Physics:

Lesen Sie hier den Kommentar

Werden Sie Friedrich Schiedel Fellow und begeben Sie sich mit uns auf eine Reise der menschenzentrierten Innovation für Technologie in der Gesellschaft!

Über die traditionellen disziplinären Grenzen hinaus suchen wir Stipendiaten mit unterschiedlichem Hintergrund, die sich gesellschaftlichen Herausforderungen widmen, indem sie Ansätze zur Förderung des Gemeinwohls entwickeln. Gemeinsam mit unseren Stipendiaten wollen wir erforschen, wie wir neue Technologien zum Nutzen der Gesellschaft einsetzen können, und sicherstellen, dass neue Technologien verantwortungsvoll, menschenzentriert und demokratisch entwickelt werden.

Mit ihrer translationalen Forschung an der Schnittstelle von Technik und Gesellschaft werden die Stipendiaten interdisziplinär zusammenarbeiten und neue Brücken zwischen den Sozial- und Naturwissenschaften, den Ingenieur- und Lebenswissenschaften, den Wirtschaftswissenschaften sowie den Gesundheitswissenschaften und der Medizin an der TUM schlagen.

Hauptziele des Fellowship-Programms

Ermächtigung von Innovatoren: Schließen Sie sich einer Gruppe von Vordenkern, handlungsorientierten Forschern und Vorreitern an. Unser Stipendienprogramm soll Ihnen die Ressourcen und die Gemeinschaft bieten, die Sie benötigen, um Ihre bahnbrechenden Ideen in die Tat umzusetzen.

Warum sich für das Fellowship-Programm bewerben?

Veranstaltet von der TUM Fakultät für Sozialwissenschaften und Technik und dem TUM Think Tank

Friedrich Schiedel Fellows für Technologie in der Gesellschaft sind integrale Mitglieder der TUM Think Tank Community. Wir erwarten von den Fellows, dass sie sich aktiv in ihre Projekte an der TUM und ihren jeweiligen Schulen einbringen und zu einem lebendigen Teil unserer Fellowship-Community werden.

Um Brücken zwischen den verschiedenen Fakultäten der TUM zu bauen, benötigen potenzielle Fellows zwei Professoren (einen aus dem TUM SOT und einen aus einer anderen Fakultät der TUM), die die Bewerbung unterstützen und mit dem Fellow an dem vorgeschlagenen interdisziplinären Projekt arbeiten werden.

Bewerbungen jetzt geöffnet - Verpassen Sie nicht Ihre Chance, Technologien für das öffentliche Interesse zu gestalten!

Bewerben Sie sich jetzt und werden Sie Teil einer lebendigen Gemeinschaft! Bewerbungen sind bis zum 28. März 2024 möglich. Bitte senden Sie Ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen an schiedel-fellowship@sot.tum.de.

Ergreifen Sie die Chance, an Technologien für das öffentliche Interesse zu arbeiten und werden Sie Friedrich Schiedel Fellow für Technologie in der Gesellschaft.

FAQ Fellowship
Application form

Data Studies und Ethische Datenarbeit - Zwei Stellen verfügbar

Die Ethical Data Initiative am Lehrstuhl für Philosophie und Geschichte der Naturwissenschaften und Technik (bis September 2024) von Prof. Sabina Leonelli ist ein globales Koordinationszentrum für Forschung im Bereich der Datenethik und der damit verbundenen Bildungs- und Politikaktivitäten. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit einem hoch motivierten Postdoktoranden, der unser großes Interesse an der Erforschung von Bildungs-, Sozial- und Governance-Fragen teilt, die sich im Zusammenhang mit der Arbeit mit Daten (sowohl innerhalb als auch außerhalb der wissenschaftlichen Forschung) ergeben, sowie an möglichen zukünftigen Szenarien und Anwendungen, insbesondere im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz.

Wir suchen Stipendiaten mit einem Hintergrund in Politik, Governance oder Datenwissenschaft und einem starken Interesse an Datenstudien und praktischen Anwendungen.

Wir sind ein sehr interdisziplinäres Team und verfügen über weltweit führendes Fachwissen in den Bereichen Philosophie, Geschichte und Sozialkunde von Daten, Datenethik und Governance von Daten und KI. Wir laden den Forscher, der diese Stelle im Rahmen des Lehrstuhls für Philosophie und Geschichte der Wissenschaft und Technik übernimmt, dazu ein, einen wichtigen Beitrag zur Ethical Data Initiative zu leisten.

Über die Ethical Data Initiative am TUM Think Tank

Die Ethical Data Initiativeist ein globales Koordinationszentrum für datenethische Forschung und damit verbundene Bildungs- und Politikaktivitäten. Sie bringt ein Netzwerk relevanter Partner mit dem Ziel zusammen, die verfügbaren Ressourcen zu erweitern, um eine gerechte, ethische und verantwortungsvolle Datenproduktion, -handel, -verarbeitung und -nutzung auf der ganzen Welt zu fördern. Unser besonderes Interesse gilt der Entwicklung von Schulungsressourcen und Governance-Modellen für ressourcenschwache Teile der Gesellschaft, darunter Forschungseinrichtungen sowie kleine und mittlere Unternehmen, zivilgesellschaftliche Organisationen, Sozialdienste, öffentliche Verwaltungen und andere öffentliche Einrichtungen, die weltweit wichtige Datenarbeit leisten, aber in der Regel nicht über interne Ressourcen zur Entwicklung von Fähigkeiten für ein verantwortungsvolles Datenmanagement verfügen.

Was wir bieten:

Bewerbung

Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung bis zum 1. April 2024!

Da wir die Bewerbungen fortlaufend prüfen, sollten sie so früh wie möglich per E-Mail an tumthinktank@hfp.tum.deeingereicht werden.

Erfahren Sie mehr und bewerben Sie sich hier.

Das Urban Digitainability Lab zielt darauf ab, Digitalisierung und Nachhaltigkeit in städtischen Räumen zu integrieren, um eine zukunftsfähige urbane Daseinsvorsorge zu gestalten. Es adres- siert die Herausforderung, dass trotz der existierenden Forderungen nach einer solchen Integra- tion, ein gemeinsames Verständnis und effektive Konzepte zur Verbindung von Nachhaltigkeit und Digitalisierung nur in Ansätzen vorhanden sind. Das Projekt plant, durch die Schaffung einer Community of Practice, Fortbildungsangebote und einen Kriterienkatalog zur Erfolgsmessung, diesen Mangel zu beheben. Zudem soll der Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis ge- stärkt werden, um innovative und nachhaltige Lösungsansätze in den Bereichen “Mobilität”, “Wohnen” und “Gesundheit” zu fördern.

Aktuell suchen wir Expertise in drei Aufgabenbereichen:

Die Rollenbeschreibungen und weitere Informationen über das Bewerbungsverfahren finden Sie hier:

Jobangebote

Bewerben Sie sich bis zum 2. April und werden Sie Teil unserer bunten TUM Think Tank Gemeinschaft.

Die Stiftung Mercator unterstützt die Umsetzung des Projekts am TUM Think Tank in ihrem Bereich „Digitalisierte Gesellschaft“ über drei Jahre.

Am 16. Februar veranstaltete der TUM Think Tank ein Kamingespräch mit Sir Nick Clegg, President of Global Affairs bei Meta. Im Gespräch mit Urs Gasser, Rektor der Hochschule für Politik (HfP) München, teilte Sir Nick Clegg seine Perspektiven und Einsichten zu einer Reihe von Themen an der Schnittstelle von künstlicher Intelligenz (KI) und Innovation, insbesondere aus europäischer Sicht.

Die weitreichende Diskussion befasste sich mit dem transformativen Potenzial von KI-Technologien und beleuchtete deren Auswirkungen auf verschiedene Sektoren in Europa und weltweit. Sir Nick Clegg, eine führende Persönlichkeit in der Technologielandschaft, beleuchtete die einzigartigen Beiträge Europas und die regulatorischen Überlegungen zu KI und dem Metaverse.

Hier einige der wichtigsten Thesen, die während des Kamingesprächs angesprochen wurden:

1. Die Länder, die am meisten von der KI-Technologie profitieren werden, sind diejenigen, die sie schnell und effektiv einsetzen können, nicht unbedingt diejenigen, die sie entwickeln. Die geopolitischen Diskussionen über KI verlagern sich von Versuchen, den Zugang zu kontrollieren, hin zur Anerkennung der Unvermeidbarkeit ihrer breiten Einführung. Dieser Wandel wird durch Unternehmen wie Meta veranschaulicht, die ihre großen Sprachmodelle (LLMs) als Open Source zur Verfügung stellen, was auf einen Trend zur gemeinsamen Nutzung von Technologie hinweist, um deren Einsatz zu maximieren, statt sie zu kontrollieren.

2. Um das volle Potenzial der KI-Technologien auszuschöpfen, ist eine internationale Zusammenarbeit erforderlich, idealerweise zwischen Technologiedemokratien wie der EU, den USA und Indien. Trotz politischer Herausforderungen und unterschiedlicher Ansätze in der Technologiepolitik könnte die Zusammenarbeit in Forschung und Politik die positiven Auswirkungen der KI erheblich fördern, insbesondere in Bereichen wie Gesundheit und Klimawandel.

 

3. Da KI aufgrund ihres doppelten Verwendungszwecks sowohl zu nützlichen als auch zu schädlichen Zwecken eingesetzt werden kann, insbesondere bei der Erzeugung realistischer Fehlinformationen, sind laufende Bemühungen von Technologieunternehmen zur Identifizierung und Kennzeichnung von KI-generierten Inhalten von entscheidender Bedeutung. Die Zusammenarbeit zwischen den wichtigsten Akteuren bei der Festlegung von Standards und Verantwortlichkeiten für KI-generierte Inhalte kann die Nutzer in die Lage versetzen, Fehlinformationen zu erkennen und zu entschärfen.

4. Das Narrativ, dass Technologie, einschließlich KI, von Natur aus schädlich für die Demokratie ist, wird durch den historischen Kontext und empirische Forschung in Frage gestellt. Bedenken über die Auswirkungen der Technologie werden oft übertrieben, und obwohl es wichtig ist, neben dem technologischen Fortschritt auch ethische Leitplanken zu entwickeln, ist die Beziehung zwischen Technologie und gesellschaftlichem Wandel komplex und nicht von Natur aus negativ.

5. In Diskussionen über die KI werden ihre Gefahren oft sensationslüstern dargestellt, indem Szenarien wie der Terminator als relevant angesehen werden und die Verdrängung des Menschen durch die KI befürchtet wird. Diese Tendenz rührt von der Anthropomorphisierung der KI her, die ihr menschenähnliche Eigenschaften zuschreibt, was zu unangebrachten Bedenken führt. Stattdessen sollte die KI als ein Werkzeug betrachtet werden, das bestimmte Aufgaben hervorragend bewältigt, ähnlich wie ein schnell fahrendes Auto. Darüber hinaus gibt es ein Muster, bei dem neue Technologien sowohl von Befürwortern als auch von Gegnern übertrieben werden, wie es in der Vergangenheit beim Radio zu beobachten war. Gegenwärtig werden die Fähigkeiten der KI überschätzt, was moralische Panik und defensive Vorschriften auslöst und von der eigentlichen Frage ablenkt, wie sie effektiv genutzt werden kann.

 

6. Unternehmen wie Meta, die von 4 Milliarden Menschen pro Tag genutzt werden, tragen eine große Verantwortung, die sie auch anerkennen müssen. Wir brauchen Leitplanken, die nicht nur von Technologieunternehmen entwickelt werden, sondern aus der Zusammenarbeit von Regierung und Gesellschaft entstehen. Es ist nicht ideal, dass die Entwicklung von Leitplanken 20 Jahre nach der Entwicklung der Technologie erfolgt, wie wir es bei den sozialen Medien sehen. Idealerweise sollte dieser Regulierungsprozess gleichzeitig stattfinden.

Das sagen unsere Teilnehmer:innen über die Veranstaltung:

Sofie Schönborn, Doktorandin an der HfP:

"Ich freue mich über die Vielfalt der Menschen, die heute den Weg hierher gefunden haben. Hier treffen Studierende auf Wirtschaftsführer aus der Technologiebranche, auf Wissenschaftler der TUM und auf Vordenker aus dem öffentlichen Raum. Der TUM Think Tank ist ein lebendiger Knotenpunkt, ein Schmelztiegel der Ideen und eine vielfältige Gruppe von Menschen, die sich für Technologie, Gesellschaft und Demokratie einsetzen. Dies ist der Ort für bewusste Diskussionen und gemeinsames Nachdenken über die gesellschaftlichen und politischen Auswirkungen von Technologien, über Verantwortung und mögliche Zukünfte, die vor uns liegen... und um zusammenzuarbeiten, um menschenzentrierte Technologie-Ko-Kreation und Ko-Design zu ermöglichen!"

Doktorand an der HfP:

"Für mich als Forscher ist die Zusammenarbeit mit führenden Praktikern auf diesem Gebiet sehr bereichernd. Er bietet mir direkten Zugang zu wertvollen Informationen aus erster Hand und hat sich als hilfreich erwiesen, um die Empirie für meine Forschung zu ergänzen, wenn ich sie weiterverfolgt habe. Persönlich inspiriert mich ihr Werdegang und ich freue mich schon auf unsere nächsten Gäste im TUM Think Tank."

Franziska Golibrzuch, Masterstudentin an der HfP:

"Es war sehr aufschlussreich, einem solchen Experten zuzuhören - Sir Nick Clegg gab uns die Perspektive der Industrie, obwohl er einen umfangreichen Hintergrund in der Regierung hat. Besonders im Fall von KI und in der aktuellen Debatte über KI-Regulierung, Sicherheit etc. war dies eine großartige Gelegenheit für uns TUM-Studenten. Alles in allem war es eine hochinteressante Veranstaltung, die viele Anknüpfungspunkte für mein Studium bietet, weil sie die Schnittmenge von Technologie und Politik in den Mittelpunkt der Diskussion stellt und immer wieder die kritischen und wichtigen Überschneidungen im Bereich Innovation, Gesellschaft und Politik beleuchtet. Auch nach dem Kamingespräch hatte ich die Möglichkeit, Fragen zu stellen, was ich sehr schätze."

Vielen Dank an das Meta-Team, das dieses Kamingespräch möglich gemacht hat, und an alle, die daran teilgenommen und zum Nachdenken anregende Fragen gestellt haben.

Sir Nick Clegg ist Präsident of Global Affairs bei Meta. Er kam 2018 zu dem Unternehmen, das damals noch Facebook hieß, nachdem er fast zwei Jahrzehnte im britischen und europäischen öffentlichen Leben tätig war. Bevor er 2005 in das Britische Parlament gewählt wurde, arbeitete er in der Europäischen Kommission und war fünf Jahre lang Mitglied des Europäischen Parlaments. Im Jahr 2007 wurde er Vorsitzender der Liberaldemokraten und war von 2010 bis 2015 stellvertretender Premierminister in der ersten britischen Koalitionsregierung der Nachkriegszeit. Er ist Autor von zwei Bestsellern: Politics: Between the Extremes und How to Stop Brexit (And Make Britain Great Again).

Künstliche Intelligenz und Quantentechnologien - disruptive Technologien, die die Welt verändern können. Am 6. Februar besuchte Staatsminister Markus Blume den TUM Think Tank. Anlässlich des Starts des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit 1,9 Millionen Euro geförderten Projekts QuantWorld, präsentierte der TUM Think Tank dem Staatsminister zwei seiner Projekte: das Quantum Social Lab und die Generative AI Taskforce. Ein tiefgreifender Einblick in die Projekte des TUM Think Tanks, der nicht nur Innovationen vorantreibt, sondern selbst eine innovative Entität verkörpert.

Die Generative AI Taskforce fördert verantwortungsvolle Innovation

“ChatGPT war der ‘iPhone-Moment’ der generativen KI”, erklärte Noha Lea Halim, die die Generative AI Taskforce des TUM Think Tanks präsentierte. Generative Künstliche Intelligenz (KI) - allen voran ChatGPT - hat unsere technologische Landschaft grundlegend verändert. Durch den raschen Markteintritt dieser neuen Technologien ist ein Spannungsfeld zwischen Innovation und Regulierung entstanden. Um diese Fragen zu navigieren, hat der TUM Think Tank im April letzten Jahres die Generative AI Taskforce ins Leben gerufen. “Die Taskforce hier am TUM Think Tank sorgt für einen Wissenstransfer von Universitäten zu Wirtschaft und Staat und stärkt die Vorreiterrolle Bayerns in der globalen KI-Landschaft”, so Halim.

Quantentechnologien: Die gesellschaftliche Transformation von morgen - heute schon im Blick

“Passend zum Thema des iPhone-Momentes der künstlichen Intelligenz warten wir im Bereich Quantentechnologie noch auf den sogenannten QDay”, erklärte Urs Gasser, Rektor der Hochschule für Politik München (HfP). “Auch wenn heute noch in weiten Teilen klassische Computing-Systeme eingesetzt werden, sind Quantentechnologien bereits jetzt vorhanden und haben das Potential, die Zukunft nachhaltig zu verändern.”

Genau deshalb haben Urs Gasser und Fabienne Marco im September 2022 mit Unterstützung von TUM Präsident Thomas Hofmann das Quantum Social Lab gegründet. Das Quantum Social Lab beschäftigt sich mit den ethischen, rechtlichen, gesellschaftlichen und technischen Chancen und Herausforderungen, die uns im Laufe der Weiterentwicklung dieser Technologie erwarten. Im Rahmen dessen wird das Lab mit dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in Höhe von 1,9 Millionen Euro geförderten Projekt QuantWorld diese neuen Technologien Bürger:innen mit Hilfe von Künstler:innen und einer partizipativen Lernplattform näherbringen. Angesichts der zu erwartenden disruptiven Auswirkungen der Quantentechnologien der zweiten Generation untersucht das Projekt insbesondere konkrete Zukunftsszenarien in den Bereichen Medizin, Banken und Mobilität. “Wir wissen nicht, wie die Zukunft mit Quantentechnologien der zweiten Generation aussehen wird, aber wir sollten nicht die Möglichkeit verpassen, sie zu gestalten”, fasste Fabienne Marco, Leiterin des Labs, zusammen.

„Eine Denkfabrik im besten Sinn und ein echtes Aushängeschild für KI-Forschung und KI-Anwendung in Bayern: Die Projekte des TUM Think Tanks fügen sich hervorragend in die bayerischen KI-Maßnahmen ein. Das KI-Zeitalter und die kommende Quantenrevolution bringen ethische, regulatorische und gesellschaftliche Herausforderungen mit sich, denen wir uns frühzeitig stellen wollen. Das Quantum Social Lab und die Generative AI Taskforce bereiten Bürger und Entscheidungsträger im Freistaat auf die Chancen und gesellschaftlichen Auswirkungen dieser disruptiven Technologien vor. Wir freuen uns, dass diese wichtigen Programme im Freistaat umgesetzt werden und unterstützen die Forschung sowie die Projekte am TUM Think Tank deshalb gerne weiter!“ so der Bayerische Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, Markus Blume.

Die Bayerische Staatsregierung setzt sich im Rahmen der Hightech-Agenda aktiv für die Investitionen in Schlüsseltechnologien, Ausbildung, Forschung, Infrastruktur, Transfer und Wissenschaft ein. Der Besuch des Ministers unterstreicht die Bedeutung von Innovation und Zusammenarbeit zwischen Forschungseinrichtungen und Regierungsinstitutionen für die Weiterentwicklung der Gesellschaft und den technologischen Fortschritt. Die Generative AI Taskforce und das Quantum Social Lab sind nur zwei der Beispiele, wie gesellschaftliche und technische Transformation im TUM Think Tank und an der HfP zusammenkommen. Wir bedanken uns für den Besuch und das große Interesse des Staatsministers für Wissenschaft und Kunst, Markus Blume, und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit.

Smart Sustainable Cities sind kein Selbstläufer; vielmehr bedürfen sie der Anstrengung verschiedener Akteure und müssen dabei stets das Wichtigste im Blick behalten: die Bedürfnisse der Bewohnerinnen und Bewohner selbst. Das Projekt "Urban Digitainability Lab" bringt Akteure aus Politik und Verwaltung sowie städtische Beauftragte mit der Wissenschaft zusammen und lotet aus, welche Lösungen in Städten erfolgreich umsetzbar sind. So lässt sich nicht nur die technologische Innovation, sondern auch Nachhaltigkeit für die Großstädte von morgen vorantreiben.

In Form einer Community of Practice soll zunächst ein Netzwerk aufgebaut werden, in dem Digitalisierungs- und Nachhaltigkeits-Expertinnen und -Experten aus der städtischen Verwaltung sowie Fachleute aus den Bereichen Mobilität, Wohnen und Gesundheit zusammenkommen.

Außerdem wird ein Trainings-Programm mit modularem Aufbau gemeinsam mit der Community erarbeitet, welches Möglichkeiten bietet, Transformationswissen und -kompetenzen zur Gestaltung einer nachhaltig-digitalen Daseinsvorsorge zu erwerben.

Dabei garantiert eine kontinuierliche wissenschaftliche Begleitung, das Erfassen bereits vorhandenen Wissens, die Analyse vorhandener Herausforderungen und das Lernen von Best Practice Beispielen.

Ein neues Urban-Digitainability-Lab am TUM Think Tank der HfP München stellt fortlaufend den wechselseitigen Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis sicher. Dazu dienen etwa Taskforces zu den Themenschwerpunkten Mobilität, Wohnen und Gesundheit sowie verschiedene Formate, die den Transfer zwischen Universität und Städten befördern sollen.

Projektkoordinatoren Prof. Dr. Stefan Wurster und Dr. Markus Siewert (Managing Director des TUM Think Tanks) versprechen sich langfristig sichtbare Effekte aus dem Projekt. „Uns ist es wichtig, einen Raum zu schaffen, in dem Verantwortliche aus allen Bereichen rund um die digital-nachhaltige Transformation von Städten zusammenkommen und gemeinsam diskutieren, lernen und experimentieren. Nur so können Städte nachhaltig mit der digitalen Transformation Schritt halten“, so Stefan Wurster, Professor für Policy Analysis an der Hochschule für Politik München und der TUM.

Die Stiftung Mercator unterstützt die Umsetzung des Projekts am TUM Think Tank in ihrem Bereich „Digitalisierte Gesellschaft“ mit einer Fördersumme von rund 1,3 Mio. Euro über drei Jahre. Carla Hustedt, Leiterin des Bereichs Digitalisierte Gesellschaft betont: „Für das Gelingen der Digitalen Transformation ist es notwendig, dass die Bedürfnisse der Bürger*innen im Fokus stehen. Vor diesem Hintergrund fördern wir Akteure, die sich für mehr Transparenz und Beteiligung am Handeln staatlicher Akteure einsetzen. Das vorliegende Projekt fügt sich hier ein, indem es die digitale Daseinsvorsorge in städtischen Gebieten stärker auf die Nachhaltigkeitsziele und die Bedürfnisse der Bürger*innen auszurichten versucht.“

Die Stiftung Mercator ist eine private, unabhängige und gemeinnützige Stiftung. Seit 1996 tritt sie für eine solidarische und partizipative Gesellschaft ein. Dazu fördert und entwickelt sie Projekte, die Chancen auf Teilhabe und den Zusammenhalt in einem diverser werdenden Gemeinwesen verbessern. Die Stiftung Mercator setzt sich für ein weltoffenes, demokratisches Europa ein, eine an den Grundrechten orientierte digitale Transformation von Staat und Gesellschaft sowie einen sozial gerechten Klimaschutz.

Das durch das Bayerische Forschungsinstitut für Digitale Transformation (BIDT) geförderte Forschungsprojekt "Einsatz von KI zur Erhöhung der Resilienz gegen Toxizität in der Online-Unterhaltung", von Prof. Dr. Yannis Theocharis (Lehrstuhl für Digital Governance), erforscht die Verbreitung extremistischer, verschwörerischer und irreführender Inhalte in sozialen Medien und untersucht dabei, wie diese Inhalte durch unterhaltsame Inhalte eingebettet werden. Es zielt darauf ab, durch die Kombination von Unterhaltungstheorien, visueller Kommunikation und toxischer Sprache mit KI-Methoden, das Verständnis für die Wirkung dieser Inhalte auf das Nutzerverhalten zu vertiefen. Dieses Projekt leistet einen wichtigen Beitrag zur Analyse und Bekämpfung von Online-Toxizität. Mehr Informationen finden Sie auf der Projektseite oder der Pressemitteilung des BIDT.

Heckmann beginnt mit einem kleinen Scherz: eine  Voice Memo von Bundeskanzler Olaf Scholz, der das Publikum am TUM Think Tank grüßt und seine Abwesenheit entschuldigt. Mit dem äußerst glaubwürdigen Video verdeutlicht Heckmann eine klare Nachricht: Man solle nicht alles glauben, was man im Internet sieht oder hört. Das Video hatte er zuvor mit Hilfe einer generativen Künstlichen Intelligenz generieren lassen. Die Stimme des Bundeskanzlers täuschend echt. Somit illustriert Heckmann gleich zum Auftakt des Abends einen Nachteil der voranschreitenden Digitalisierung, Desinformation, und präsentiert anlehnend daran die Leitfrage seines Vortrags, nämlich ob Digitalisierung der Demokratie nun letztendlich nützt oder schadet.

Für beide Thesen gibt Heckmann jeweils ein Beispiel. Der arabische Frühling zeige, wie Digitalisierung einen durchaus positiven Einfluss auf die Demokratieentwicklung haben kann. Die Revolution 2011 in Ägypten, die als Facebook-Revolution bezeichnet wird, erwähnt Heckmann als konkretes Beispiel dessen, wo Digitalisierung der Demokratie nützlich sein könnte. Denn soziale Medien spielten hier eine entscheidende Rolle, da neue Netzwerke außerhalb der regulierten Möglichkeiten entstanden und einen demokratischen Aufstand ermöglicht haben.

Auf der anderen Seite wird anhand des Wahlkampfs von Präsident Trump in 2016 deutlich, dass Digitalisierung, insbesondere soziale Medien, die Verbreitung von Fake News beschleunigt und somit eine große Gefahr für unsere Demokratie darstellt. Einer der wichtigsten Bausteine einer Demokratie bleiben Tatsachen bzw. Wahrheiten. Heckmann bezeichnet Des- und Misinformation, die durch soziale Medien verbreitet werden als "schleichendes Gift".

Trotzdem argumentiert er, dass die Chancen der Demokratie um einiges bedeutender sind, als ihre Gefahren. Digitalisierung ermögliche nämlich den Zugriff auf die Welt der Informationen, welche die Menschen unbedingt brauchen, um am politischen Diskurs teilzunehmen. Außerdem bieten soziale Medien überhaupt den Raum für einen solchen politischen Diskurs an. Die Menschheit wird in der Zukunft auf Krisen stoßen, die nur mithilfe der Digitalisierung zu lösen sein werden. Wäre man in der Digitalisierung weiter, hätte man beispielsweise die Corona-Pandemie besser überwinden können, so der Vortragende.

Abschließend kommt Heckmann zum Fazit, dass Digitalisierung der Demokratie eher nützt als dass sie ihr schadet. Vor allem sieht er in Künstlicher Intelligenz eine große Chance, zum Beispiel als Katalysator für Verwaltungseffizienz.
Anschließend hebt ein Studierender der HfP den vereinfachten Zugang zur demokratischen Teilhabe sowie die erhöhte Transparenz von Regierungen in einem vorbereiteten Input hervor. Er mahnt jedoch vor der steigenden Kluft bezüglich digitaler Kompetenzen insbesondere für Menschen mit Behinderung und Minderheiten.

Eine Frage aus dem Publikum richtet sich an die Diskrepanz zwischen dem Status Quo der Digitalisierung und dem Punkt, der hinsichtlich der vielen Herausforderungen notwendig und gleichzeitig wünschenswert ist. Dirk Heckmann sieht die Verantwortung bei mehreren Akteuren. Einzelpersonen sollten Leidenschaft entwickeln, überzeugende Argumente erarbeiten und von Best Practices lernen. Politikerinnen und Politiker müssten Mut haben, Haltung zeigen und gleichzeitig über angemessene Ressourcen verfügen. Heckmann sieht eine grundsätzliche Staats- und Verwaltungsreform als notwendig.

Eine weitere Frage bezieht sich auf die Möglichkeiten von Einzelpersonen, den Fortschritt mit voranzutreiben. Laut Heckmann solle man dort ansetzen, wo man selbst von digitaler Demokratie betroffen ist. Gleichzeitig lobt Heckmann die Deutsche Start-up-Kultur, die dazu führe, dass innovativer Fortschritt in kleinen Schritten und kleinem Ausmaß erprobt wird.

Auf eine Frage bezüglich des Verhältnisses von Wirtschaft und digitaler Demokratie sagt Heckmann, dass die Wirtschaft Durchsetzungskraft habe, die es zu nutzen gelte. An dem Beispiel von Microsofts Angebot von Microsoft Teams in Zeiten der Pandemie, sehe man, wie wichtig die Haltung von einzelnen Unternehmen ist. Heckmann kritisiert das Spannungsfeld von Datenschutz und Digitalisierung, dem viele Unternehmen in Deutschland ausgesetzt sind. Es sei aber nicht zu spät für Deutschland, ein Global Player in der Digitalisierung zu sein. Das Qualitätssiegel “Made in Germany” müsse beispielsweise auch für Künstliche Intelligenz eine wichtige Rolle spielen.

Wann: 18. Januar 2024

Wo: Innenstadt München, Bayerischer Rundfunk (BR)

Veranstalter: Bayerischer Rundfunk & TUM

Zielgruppe: Forscherinnen und Forscher (Professoren, Postdocs, Promovierende) mit Interesse an KI und/oder Journalismus und KI.

Treten Sie mit uns ein in die Erkundung der Schnittstelle von Technologie und Journalismus. Dieser Workshop konzentriert sich darauf, die Projekte und Methoden in diesem spannenden interdisziplinären Bereich kennenzulernen. Außerdem sollen mögliche Kooperationen in Bezug auf Anwendungsfälle und Methoden entdeckt werden. Wir freuen uns darauf, Forscherinnen und Forscher aus den Bereichen Grundlagen, Anwendungen und Daten zu vernetzen! Wir ermutigen ausdrücklich Nachwuchsforscherinnen und -forscher zur Bewerbung.

Wir möchten von Ihnen hören, wenn Ihre Arbeit einem der folgenden Themenbereiche zuzuordnen ist:

Die Anmeldefrist endet am 5. Dezember 2023: https://collab.dvb.bayern/x/V5IuDQ

Die Auswahl der Teilnehmer erfolgt innerhalb von zwei Wochen nach Ablauf der Anmeldefrist.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Emmelie Korell unter emmelie.korell@tum.de.

Wir freuen uns darauf, Sie im Januar zu sehen!

Behalten Sie den Überblick in Sachen Innovation.

Melden Sie sich für unseren Newsletter an und folgen Sie uns auf unseren Social Media Kanälen.