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Algorithmen als entstehende Institutionen betrachten

Ein Gespräch mit Virgilio Almeida

10. April, 14:00 - 15:00 Uhr

In der Präsentation stellen wir eine innovative Idee vor: Algorithmen können als entstehende Institutionen in modernen Gesellschaften betrachtet werden. Sie fungieren als Regelwerke, die Normen und Umgebungen sowohl für Menschen als auch für Maschinen formen. Infolgedessen beeinflussen Algorithmen das individuelle Verhalten und haben breitere gesellschaftliche Auswirkungen. Wir veranschaulichen dieses Konzept anhand von Beispielen für Algorithmen, die in der öffentlichen Sicherheit, auf Regierungsplattformen und in Empfehlungssystemen in verschiedenen Bereichen eingesetzt werden. Unsere Schlussfolgerung unterstreicht die Notwendigkeit, Algorithmen zu demokratisieren, ähnlich wie andere komplexe Institutionen in der Vergangenheit demokratisiert wurden, um die Risiken zu mindern, die sie für moderne Gesellschaften darstellen.

Virgilio Almeida ist ein emeritierter Professor für Informatik an der Bundesuniversität von Minas Gerais (UFMG). Außerdem ist er Fakultätsmitglied am Berkman Klein Center der Harvard University. Er war Gastprofessor an mehreren Universitäten und Forschungslabors, darunter die Harvard University (School of Engineering and Applied Sciences), die New York University, die Boston University, das Santa Fe Institute und HP Labs. Virgilio war Vorsitzender von NETmundial, der globalen Multistakeholder-Konferenz über die Zukunft der Internetverwaltung, die 2014 in São Paulo stattfand. Er ist Mitautor von fünf Büchern zu Themen wie Webtechnologien, E-Commerce, Leistungsmodellierung und Kapazitätsplanung, die von Prentice Hall veröffentlicht wurden. Er ist außerdem der

Künstliche Intelligenz, soziale Medien, das Internet der Dinge - die 2010er Jahre waren das Jahrzehnt des Mottos "move fast and break things". Während sich die Gesellschaften mit den Folgen dieses Mottos auseinandersetzen müssen, werden verstärkt Beiträge von Ethikern und anderen Experten gefordert, die sich mit dem menschlichen Aspekt der Technologie befassen.

Wir freuen uns, dass wir Stephanie Hare für eine Diskussion über ihr neuestes Buch Technology is Not Neutral: Ein kurzer Leitfaden zur Technologieethik begrüßen dürfen. Ist Technologie neutral? Was bedeutet verantwortungsvolle Technik? Wie können wir eine Kultur der Tech-Ethik aufbauen? Wir laden Sie ein zu einer offenen Diskussion über die Auswirkungen der Technologie auf die Gesellschaft und darüber, wie wir verantwortungsvollere und ethischere Technologien schaffen können.

Stephanie Hare ist eine Tech-Ethikerin, die sich auf die Überschneidung von Technologie, Politik und Geschichte konzentriert. Sie schreibt regelmäßig für die BBC, Financial Times, The Guardian/Observer, The Washington Post, Harvard Business Review und WIRED. Zuvor war sie bei Accenture, Palantir und Oxford Analytica tätig und hatte das Alistair Home Visiting Fellowship am St. Antony's College in Oxford inne. Stephanie Hare hat einen Doktortitel und einen MSc von der London School of Economics and Political Science und einen BA von der University of Urbana-Champaign.

Die Veranstaltung wird gemeinsam vom TUM Think Tank und dem Responsible Technology Hub im Rahmen der Reihe "What is Responsible Technology" organisiert, deren Ziel es ist, Themen im Zusammenhang mit verantwortungsvoller Forschung und Innovation in einem breiten Spektrum von Zukunftstechnologien zu untersuchen.

Die innovative Nutzung von Daten verspricht viele Vorteile für Forschung, Wirtschaft und Gesellschaft. Im Jahr 2021 hat die Bundesregierung ihre Datenstrategie verabschiedet, die auf eine stärkere und verantwortungsvollere Nutzung von Daten abzielt. Die damit verbundenen Pläne für ein Dateninstitut sollen helfen, das wirtschaftliche und gesellschaftliche Potenzial von Daten besser auszuschöpfen, aber auch die Herausforderungen und Schattenseiten im Blick zu behalten.

Daraus ergeben sich viele Fragen zur Freigabe von Daten, zur erforderlichen Infrastruktur und zu den Belangen des Datenschutzes. Wie kann die Umsetzung dieser Pläne aussehen? Gibt es Best-Practice-Beispiele, an denen wir uns orientieren können? Vor welchen Herausforderungen stehen wir bei der Umsetzung dieser Strategien, und welchen Mehrwert sehen wir für Wissenschaft und Gesellschaft in einer verstärkten gemeinsamen Datennutzung?

Diese und weitere Fragen wollen wir mit unseren Gästen aus Wissenschaft und Politik diskutieren: Amélie Heldt (Referentin für Digitalpolitik im Bundeskanzleramt), Benjamin Adjei (Mitglied des Bayerischen Landtags und digitalpolitischer Sprecher von Bündnis 90 / Die Grünen) und Andreas Peichl (Ludwig-Maximilians-Universität München, ifo Institut & Mitglied der Gründungskommission des Data Institute). Moritz Hennemann (Universität Passau) wird zum Auftakt der Veranstaltung die Diskussion in den Kontext aktueller Debatten auf nationaler und europäischer Ebene einordnen.

Die Podiumsdiskussion wird von Noha Lea Halim (TU München) moderiert.

Das Problem krimineller Inhalte im Internet, wie z. B. strafbare Formen von Hassreden oder Kinderpornografie, nimmt zu. Am 27. Oktober 2022 wurde das Gesetz über digitale Dienste veröffentlicht, und die meisten seiner Bestimmungen werden am 17. Februar 2024 in Kraft treten. Das bedeutet, dass der Bundesgesetzgeber im Jahr 2023 tätig werden muss, um die aufgrund des Gesetzes über digitale Dienste erforderlichen Anpassungen des nationalen Rechts in Angriff zu nehmen und Antworten darauf zu geben, wie diese Probleme wirksam bekämpft werden können.

Svea Windwehr (Google Deutschland), Anna Wegscheider (HateAid) und Teresa Ott (Referentin für Hate Speech bei der Generalbundesanwaltschaft) werden die Herausforderungen für Gesetzgeber, Strafverfolgungsbehörden und soziale Plattformen diskutieren. Moderiert wird die Podiumsdiskussion von Justizminister Georg Eisenreich gemeinsam mit Urs Gasser von der TU München und der Munich School pf Politics and Public Policy.

Im Anschluss an die Podiumsdiskussion findet ein Stehempfang mit Snacks statt, um den Abend mit angeregten Diskussionen ausklingen zu lassen.

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