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Künstliche Intelligenz und Quantentechnologien - disruptive Technologien, die die Welt verändern können. Am 6. Februar besuchte Staatsminister Markus Blume den TUM Think Tank. Anlässlich des Starts des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit 1,9 Millionen Euro geförderten Projekts QuantWorld, präsentierte der TUM Think Tank dem Staatsminister zwei seiner Projekte: das Quantum Social Lab und die Generative AI Taskforce. Ein tiefgreifender Einblick in die Projekte des TUM Think Tanks, der nicht nur Innovationen vorantreibt, sondern selbst eine innovative Entität verkörpert.

Die Generative AI Taskforce fördert verantwortungsvolle Innovation

“ChatGPT war der ‘iPhone-Moment’ der generativen KI”, erklärte Noha Lea Halim, die die Generative AI Taskforce des TUM Think Tanks präsentierte. Generative Künstliche Intelligenz (KI) - allen voran ChatGPT - hat unsere technologische Landschaft grundlegend verändert. Durch den raschen Markteintritt dieser neuen Technologien ist ein Spannungsfeld zwischen Innovation und Regulierung entstanden. Um diese Fragen zu navigieren, hat der TUM Think Tank im April letzten Jahres die Generative AI Taskforce ins Leben gerufen. “Die Taskforce hier am TUM Think Tank sorgt für einen Wissenstransfer von Universitäten zu Wirtschaft und Staat und stärkt die Vorreiterrolle Bayerns in der globalen KI-Landschaft”, so Halim.

Quantentechnologien: Die gesellschaftliche Transformation von morgen - heute schon im Blick

“Passend zum Thema des iPhone-Momentes der künstlichen Intelligenz warten wir im Bereich Quantentechnologie noch auf den sogenannten QDay”, erklärte Urs Gasser, Rektor der Hochschule für Politik München (HfP). “Auch wenn heute noch in weiten Teilen klassische Computing-Systeme eingesetzt werden, sind Quantentechnologien bereits jetzt vorhanden und haben das Potential, die Zukunft nachhaltig zu verändern.”

Genau deshalb haben Urs Gasser und Fabienne Marco im September 2022 mit Unterstützung von TUM Präsident Thomas Hofmann das Quantum Social Lab gegründet. Das Quantum Social Lab beschäftigt sich mit den ethischen, rechtlichen, gesellschaftlichen und technischen Chancen und Herausforderungen, die uns im Laufe der Weiterentwicklung dieser Technologie erwarten. Im Rahmen dessen wird das Lab mit dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in Höhe von 1,9 Millionen Euro geförderten Projekt QuantWorld diese neuen Technologien Bürger:innen mit Hilfe von Künstler:innen und einer partizipativen Lernplattform näherbringen. Angesichts der zu erwartenden disruptiven Auswirkungen der Quantentechnologien der zweiten Generation untersucht das Projekt insbesondere konkrete Zukunftsszenarien in den Bereichen Medizin, Banken und Mobilität. “Wir wissen nicht, wie die Zukunft mit Quantentechnologien der zweiten Generation aussehen wird, aber wir sollten nicht die Möglichkeit verpassen, sie zu gestalten”, fasste Fabienne Marco, Leiterin des Labs, zusammen.

„Eine Denkfabrik im besten Sinn und ein echtes Aushängeschild für KI-Forschung und KI-Anwendung in Bayern: Die Projekte des TUM Think Tanks fügen sich hervorragend in die bayerischen KI-Maßnahmen ein. Das KI-Zeitalter und die kommende Quantenrevolution bringen ethische, regulatorische und gesellschaftliche Herausforderungen mit sich, denen wir uns frühzeitig stellen wollen. Das Quantum Social Lab und die Generative AI Taskforce bereiten Bürger und Entscheidungsträger im Freistaat auf die Chancen und gesellschaftlichen Auswirkungen dieser disruptiven Technologien vor. Wir freuen uns, dass diese wichtigen Programme im Freistaat umgesetzt werden und unterstützen die Forschung sowie die Projekte am TUM Think Tank deshalb gerne weiter!“ so der Bayerische Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, Markus Blume.

Die Bayerische Staatsregierung setzt sich im Rahmen der Hightech-Agenda aktiv für die Investitionen in Schlüsseltechnologien, Ausbildung, Forschung, Infrastruktur, Transfer und Wissenschaft ein. Der Besuch des Ministers unterstreicht die Bedeutung von Innovation und Zusammenarbeit zwischen Forschungseinrichtungen und Regierungsinstitutionen für die Weiterentwicklung der Gesellschaft und den technologischen Fortschritt. Die Generative AI Taskforce und das Quantum Social Lab sind nur zwei der Beispiele, wie gesellschaftliche und technische Transformation im TUM Think Tank und an der HfP zusammenkommen. Wir bedanken uns für den Besuch und das große Interesse des Staatsministers für Wissenschaft und Kunst, Markus Blume, und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit.

Das QuantWorld-Projekt hat die zielgruppengerechte Wissensvermittlung von Quantentechnologien der zweiten Generation und deren Erlebbarmachung zum Ziel. Zur Wissensvermittlung bauen wir eine modulbasierte QuantWorld-Lernplattform mit Zertifizierungsmöglichkeit auf. Zentrale Zielgruppe unserer digitalen QuantWorld-Lernplattform sind Bürger:innen, die wir zum bedarfsorientierten Einstieg in die Thematik über ihren Arbeitsplatz abholen, wobei wir uns in diesem Projekt auf die Themenwelten „Medizin“, „Banken“ und „Mobilität” konzentrieren.

Die ausführliche Stellenbeschreibungen mit allen relevanten Informationen für Ihre Bewerbung finden sie hier:

Die rasante Entwicklung der Quantentechnologien (QT) versprechen einen wirtschaftlichen Innovationsschub, neue Durchbrüche in der Wissenschaft sowie ungeahnte Wege bei der Lösung globaler gesellschaftlicher Probleme. Die TUM und die Region München sind seit Jahren ein Zentrum für Innovation und Forschung auf dem Gebiet der Quantentechnologien. Ergänzt wird diese Forschung nun durch ein Leuchtturmprojekt des neu gegründeten Quantum Social Lab am TUM Think Tank: Gefördert durch das BMBF mit insgesamt 1.9 Mio. Euro nimmt das Projekt "QuantWorld" die Zukunft der verantwortungsvollen Technologieentwicklung in den Blick und macht Quantentechnologien dort für Menschen antizipierbar, wo sie den Arbeitsalltag verändern werden. Das Projekt integriert soziale Aspekte in die Welt der Quantentechnologien und geht auch methodisch neue Wege, indem es Kunstschaffende in die Wissensvermittlung einbindet und Quantentechnologien erlebbar macht.

Quantentechnologien: Der Weg in die Zukunft

Quantentechnologien haben das Potenzial, die Welt, wie wir sie kennen, neu zu gestalten. Anwendungen reichen von  beschleunigter und individualisierter Arzneimittelentwicklung bis zu Beiträgen zum Klimaschutz durch innovative Batterietechnologien oder Optimierung in der Landwirtschaft aufgrund  präziserer Vorhersagen von Naturereignissen. Obwohl bereits Anwendungen auf dem Markt sind, wie beispielsweise Quantensensoren in medizinischen Bildgebungsverfahren, stehen andere, wie leistungsfähige Quantencomputer und Entwicklungen im Bereich der Quantenkommunikation, noch am Anfang.

Damit Quantentechnologien ihr volles Innovationspotenzial entfalten können und deren Risiken - etwa im Bereich der Sicherheit oder der Zugangsgerechtigkeit - rechtzeitig adressiert werden können, braucht es neben technischer Forschung auch eine integrale Beschäftigung mit ihren gesellschaftlichen Dimensionen und möglichen Auswirkungen für die Menschen in ihrem (beruflichen) Alltag.

Hier setzt das “QuantWorld” Projekt an. Vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)gefördert, ermöglicht es Bürgerinnen und Bürgern, unabhängig von ihrem Hintergrund, bereits heute einen Einblick in die Welt der Quantentechnologien und bereitet sie so auf die Zukunft vor. Das Projekt ist Teil des Quantum Social Lab am TUM Think Tank und ist in Zusammenarbeit mit Fraunhofer AISEC und dem TUM Klinikum Rechts der Isar entstanden.

Urs Gasser, Principal Investigator des Projekts und Dekan der TUM School of Social Sciences and Technology, bringt diese Herausforderung auf den Punkt: "Quantentechnologien können uns in vielerlei Hinsicht helfen, eine bessere Zukunft zu gestalten. Doch wir müssen sicherstellen, dass gesellschaftliche, politische und ethische Implikationen von Anfang an berücksichtigt werden und technische Innovationen sich am Wohl der Menschen orientieren. Wir müssen den Fehler vermeiden, nicht wie bei KI erst über diese Aspekte nachzudenken, wenn die Anwendungen aus den Labs kommen. QuantWorld ist ein solcher Versuch, proaktiv und partizipativ tätig zu werden."

Eine Einzigartige Bildungsplattform

Das QuantWorld-Projekt bietet eine einzigartige Bildungsplattform, um Menschen unabhängig von ihrem Vorwissen frühzeitig in die Welt der Quantentechnologien einzuführen. Es kombiniert innovative Lehrmethoden, darunter künstlerische Interventionen, um Quantentechnologien erlebbar zu machen und  so die Grundlage für einen breiten Dialog zu den gesellschaftlichen Herausforderungen, die mit der Entwicklung und Etablierung von Quantentechnologien der zweiten Generation einhergehen, zu schaffen.

Fabienne Marco, die in Informatik und Politikwissenschaften promoviert und das Quantum Social Lab leitet, gibt einen Ausblick in die Zukunft: "Quantentechnologien sind abstrakt und bauen auf komplexen mathematischen und physikalischen Prinzipien auf. Diese Abstraktion abzubilden erfordert neue Methoden. Künstlerische Interventionen ermöglichen es uns, auf neue und disruptive Art und Weise einen Zugang zu diesen Technologien zu schaffen und so einen Transfer von der akademischen Welt in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft anzustoßen. Dieses Konzept wird in den kommenden Jahren weiterentwickelt, um ein interdisziplinäres Netzwerk aufzubauen, das sich mit der innovativen Kommunikation von Spitzentechnologien und deren Anwendungen sowie den damit einhergehenden gesellschaftlichen Herausforderungen beschäftigt."

Nach Abschluss des Projekts werden alle geeigneten Module in einem QuantumBasics-Kurs zusammengefasst, der als einen Überblick über die grundsätzliche Funktionsweise von Quantentechnologien der zweiten Generation und mögliche Zukunftsszenarien in den Bereichen Medizin, Banken und Mobilität bieten soll.l. Zudem werden die künstlerischen Interventionen digital zugänglich gemacht. Langfristig wird die Lernerfahrung der QuantWorld-Plattform in virtuelle Kursformate überführt, um einen "immersiven Zwilling" von QuantWorld zu schaffen.

Das Projekt steht im Einklang mit der Vision der TUM, die sich dem humanzentrierten Ingenieurswesen verpflichtet hat. Thomas Hoffmann, Präsident der TUM, betont die Bedeutung dieses Ansatzes: "Dieser gesellschaftliche Rückbezug auf komplexe Technologien ist erfolgskritisch für unseren Innovationsstandort München. Das QuantWorld Projekt markiert einen entscheidenden Schritt in Richtung einer Zukunft, in der Innovation und Technologieentwicklung verantwortungsbewusst, gesellschaftlich akzeptiert und nachhaltig sind.“

Mehr Informationen über "QuantWorld" finden Sie hier.

Über das Quantum Social Lab und den TUM Think Tank

Das Quantum Social Lab konzentriert sich auf die Erforschung und Gestaltung  der gesellschaftlichen Chancen und Risiken rund um Quantentechnologien und befasst sich  unter anderem  mit Fragen der verantwortungsvollen Innovation sowie der Regulierung.  Es bietet zudem verschiedene Formate der Wissensvermittlung  zu den theoretischen und technologischen Grundlagen der Quantentechnologien an und ist Teil des TUM Think Tanks.

Der TUM Think Tank fördert gesellschaftlichen und politischen Wandel durch die Verbindung von Theorie und Praxis. Er schafft interdisziplinäre Lern- und Experimentierräume, in denen Akteure aus Wissenschaft, Gesellschaft und Politik gemeinsam an konkreten Fragen und Problemen zu verantwortungsvollen Technologien arbeiten.

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