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Münchner Manifest für eine Gerechte und Offene Wissenschaft

15. Sep 2026

Das Münchner Manifest für gerechte Open Research wurde offiziell veröffentlicht und formuliert eine gemeinsame Vision für eine inklusivere, ethischere und gerechtere globale Forschungsgemeinschaft.

Das Rahmenwerk wurde im Rahmen des PHIL_OS-Projekts nach umfassenden Konsultationen mit internationalen Stakeholdern und Partnern entwickelt. Es soll sicherstellen, dass Open-Research-Praktiken allen Mitwirkenden zugutekommen – unabhängig von ihrem Standort oder ihren finanziellen Ressourcen. Die Ethical Data Initiative ist stolz darauf, zu den Erstunterzeichnern des Manifests zu gehören.

Warum das Münchner Manifest wichtig ist

Das Münchner Manifest für gerechte Open Research entstand im Rahmen des Projekts Philosophy of Open Science for Diverse Research Environments (PHIL_OS), das von Professorin Sabina Leonelli an der Technischen Universität München (TUM) im Rahmen eines Projekts des Europäischen Forschungsrats (ERC) geleitet wird. Es wurde entwickelt, um zentrale strukturelle Risiken innerhalb der Open-Science-Bewegung anzugehen – insbesondere die Frage, wie Top-down-Politiken und standardisierte digitale Werkzeuge überproportional gut ausgestattete Institutionen begünstigen, während kommerzielle Plattformpraktiken bestehende globale Ungleichheiten weiter verschärfen können.

Nach einem Jahr internationaler Konsultationen wurde das Rahmenwerk im Mai 2026 auf der FOR2026-Konferenz („The Future of Open Research: Reliable, Responsible, Equitable“) in München offiziell vorgestellt und gemeinsam weiterentwickelt. Dabei brachte es Forschende, politische Entscheidungsträger und Aktivist aus aller Welt hinter einer gemeinsamen Vision für eine ethische und inklusive Forschungslandschaft zusammen.

Offene Publikationen und gemeinsam zugängliche Datensätze haben wissenschaftliche Entdeckungen zwar beschleunigt, gleichzeitig jedoch auch neue Hürden geschaffen. Top-down-Politiken und standardisierte digitale Werkzeuge orientieren sich häufig an den Voraussetzungen gut finanzierter Institutionen. Dadurch bestimmen ressourcenstarke Forschungszentren zunehmend die Standards, während Forschende in weniger gut ausgestatteten Kontexten, Expertaußerhalb der Wissenschaft und Träger lokalen Wissens Gefahr laufen, nicht ausreichend berücksichtigt zu werden.

Darüber hinaus drohen unzureichend regulierte kommerzielle Praktiken – etwa hohe Gebühren für Open-Access-Publikationen oder das nicht vergütete und nicht kenntlich gemachte Auslesen öffentlich zugänglicher Daten für KI-Systeme – globale Ungleichheiten weiter zu vergrößern, anstatt sie zu verringern.

Hier geht es zum vollständigen Manifest:

Munich Manifesto for Equitable Open Science (Englisch)

Mehr Informationen zur Initiative gibt es hier: 

Open Science Study Group

 

Das Münchner Manifest setzt genau bei diesen systemischen Risiken an und konzentriert sich auf fünf zentrale Bereiche:

Vielfalt: Lokales Wissen, fachspezifische Methoden und unterschiedliche Forschungstraditionen respektieren und anerkennen.

Resilienz: Die langfristige Pflege und Sicherung sowohl digitaler als auch physischer Forschungsinfrastrukturen unterstützen.

Beteiligung: Echte, faire und nicht-ausbeuterische Partnerschaften zwischen unterschiedlichen Gemeinschaften aufbauen.

Gerechtigkeit: Historisch gewachsene Ungleichheiten adressieren und alle Beiträge angemessen und fair anerkennen.

Ehrlichkeit: Transparent mit den Grenzen von Systemen, Sicherheitsrisiken und möglichen Verzerrungen umgehen.

Warum die EDI das Manifest unterstützt

Unsere Unterstützung beruht auf einer einfachen Überzeugung: Data Governance und Open Science müssen ethisch, inklusiv und praxisnah gestaltet sein. Open Science ist nicht wirklich offen, wenn sie globale Ungleichheiten verstärkt oder lokale Bedürfnisse außer Acht lässt. Der Fokus des Manifests auf fachspezifische Perspektiven, die ethische Bewertung von Technologien – einschließlich KI – sowie auf Datenschutz steht in direktem Einklang mit der Mission der EDI, verantwortungsvolles Datenmanagement weltweit zu fördern.

Unterzeichner:in werden

Der Aufbau eines gerechten Open-Science-Ökosystems erfordert gemeinsames Handeln. Das Münchner Manifest ist nicht nur eine Erklärung gemeinsamer Werte, sondern ein praxisorientierter Rahmen für Institutionen, Förderorganisationen und Forschende. Wir ermutigen Gemeinschaften dazu, das Manifest sowohl auf individueller als auch auf institutioneller Ebene zu unterstützen und es an ihre jeweiligen regionalen und disziplinären Bedürfnisse anzupassen.

Besuchen Sie die Unterzeichnungsseite des Münchner Manifests, um den vollständigen Text zu lesen, Ihre Unterstützung zu bekunden und zum Aufbau eines gerechteren Forschungsökosystems beizutragen.

Unterzeichner:in werden

Projekte

Die Ethical Data Initiative ist eine überparteiliche Plattform, die offene Diskussionen über Datenethik fördert. Die Initiative legt ihren Fokus auf Gerechtigkeit und Beteiligung in verschiedenen Bereichen der Datenarbeit im öffentlichen Interesse.

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