Output / Rückblick

Food4Thought

Die „Food4Thought“-Reihe ist unser Beitrag zur Förderung des Diskurses über digitale Souveränität und die damit verbundenen Herausforderungen. Diese Textsammlung soll Denkanstöße geben, den Dialog unter Entscheidungsträgerinnen und -trägern anregen und fundierte Entscheidungsfindung in einer zunehmend komplexen digitalen Welt unterstützen. Unser Ziel ist es, eine Plattform für den Ideenaustausch zu schaffen und so einen Wegweiser für eine souveräne und kooperative digitale Zukunft zu bieten.

06: Digitale Souveränität in einer multipolarisierten Welt

Von Philip Müller und Sofie Schönborn

Europa steht an einem Scheideweg in einer sich rasant entwickelnden „multipolaren“ Welt, in der Technologie sowohl Sicherheit als auch Wohlstand untermauert. Der Munich Security Report 2025 hebt hervor, dass konkurrierende Machtzentren inzwischen um Einfluss in Bereichen wie Künstlicher Intelligenz, Quantencomputing und Cybersicherheit ringen – Felder, in denen das ingenieurtechnische Know-how der EU, ihr starkes Datenschutzverständnis und ihre regulatorische Kompetenz zu entscheidenden Stärken werden könnten. Doch wie Teilnehmerinnen und Teilnehmer unserer Digital Sovereignty Talks betonten, muss Europa mehr tun, als sich auf moralische Führungsansprüche zu berufen. Lesen Sie hier unseren vollständigen Bericht.

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05: Digitaler Multilateralismus und der Kampf gegen Cyberkriminalität – Erkenntnisse des Bundeskriminalamts

Von Sofie Schönborn und Philip Müller

In unserer letzten Sitzung wurde deutlich, dass Cyberkriminalität keine Grenzen kennt und daher eine kollaborative, transnationale Antwort erfordert. Das Bundeskriminalamt (BKA) zeigte eindrucksvoll, wie strategische Initiativen, fortschrittliche Technologien und wirksame Führung die Bekämpfung solcher Bedrohungen stärken können. Durch die Umsetzung eines „Cyberfighting-as-a-Service“-Modells, den Aufbau starker internationaler Partnerschaften und die gezielte Förderung von Talenten verbessert das BKA nicht nur die digitale Sicherheit Deutschlands, sondern leistet auch einen wichtigen Beitrag zu globalen Cybersicherheitsinitiativen.

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04: Was wir aus dem CrowdStrike-Vorfall gelernt haben: Eine Frage der Philosophie, nicht der Souveränität?

Von Udo Riedel und Philip Müller

Der jüngste CrowdStrike-Vorfall wurde vielfach als Frage der digitalen Souveränität dargestellt. Auch wenn das nicht völlig falsch ist, sind wir der Ansicht, dass es sich vielmehr um eine tiefgreifendere philosophische Frage handelt – nämlich darum, wie wir Cybersicherheit in einer zunehmend vernetzten Welt verstehen und gestalten wollen.

Erfahren Sie, warum die Autoren glauben, dass es hier nicht nur um digitale Souveränität geht, sondern um die Wahl der richtigen digitalen Philosophie für unsere Zukunft – und lesen Sie den vollständigen Artikel unten.

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03: Digitale Souveränität und Soft Power: Die Rolle von Regulierung und Auditierung

Von Philip Müller und Sofie Schönborn

Im digitalen Zeitalter ist Vertrauen ein zentrales Element für die Akzeptanz und den Erfolg neuer Technologien wie Cloud Computing und Künstliche Intelligenz (KI). Anders als bei traditionellen, lokalen IT-Systemen fehlt es in Cloud-Umgebungen an physischer Nähe und direkter Kontrolle – was ein höheres Maß an Vertrauen erforderlich macht. Dieses Vertrauen basiert im Kern auf überprüfbaren Standards, die als eine Art „Vertrauenshülle“ für diese Technologien fungieren. Der Aufbau solchen Vertrauens ist zudem entscheidend für die Stärkung digitaler Souveränität, da er sicherstellt, dass Staaten Kontrolle und Einfluss über ihre digitale Infrastruktur und Daten behalten. Darüber hinaus stärken die Entwicklung und Durchsetzung dieser Standards die Soft Power eines Landes, indem sie Einfluss ausüben und globale Maßstäbe in der digitalen Governance setzen.

Für eine ausführliche Analyse dieser Themen und der vorgeschlagenen Strategien lesen Sie den vollständigen Artikel unten.

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02: Resilienz und Multilateralismus: Ein pragmatischer Ansatz für digitale Souveränität

Von Sofie Schönborn und Philip Müller

Die „Food4Thought“-Reihe treibt weiterhin den Diskurs über digitale Souveränität voran. Die jüngste Diskussion lieferte wertvolle Strategien für den Umgang mit digitalem Wandel unter Wahrung demokratischer Werte. Beim Dialog auf dem GovTech Campus in Berlin – zusammengefasst in einem Artikel von Philip Müller und Sofie Schönborn – stand die Frage im Mittelpunkt, wie sich Resilienz und Multilateralismus als pragmatischer Weg zur digitalen Souveränität in Einklang bringen lassen. Die Teilnehmenden betonten die Bedeutung von Resilienz – also der Fähigkeit, auch in Krisenzeiten handlungsfähig zu bleiben – sowie von multilateraler Zusammenarbeit über nationale Grenzen hinweg. Deutschland und Europa wurde eine besondere Rolle zugeschrieben: als Vermittler globaler Technologieinteressen und als Förderer gerechter, resilienter Technologieökosysteme, die sich an demokratischen Prinzipien orientieren.

Zentrale Erkenntnisse aus dem Dialog sind:

1.Vertrauen durch multilaterales Engagement:
Deutschlands etablierte internationale Netzwerke bilden eine Grundlage für den Vertrauensaufbau im digitalen Zeitalter und stärken seine Rolle als verlässlicher globaler Akteur.

2.Staatliche Führungsrolle für digitale Ökosysteme:
Die öffentliche Verwaltung muss robuste digitale Infrastrukturen steuern, indem sie eigene Entwicklungsressourcen mit strategischen externen Partnerschaften in Einklang bringt – für mehr Agilität und Resilienz.

3.Funktionalität und Autonomie in Balance bringen:
Digitale Souveränität erfordert einen differenzierten Umgang mit digitaler Infrastruktur, der sowohl Sicherheit und Integrität gewährleistet als auch den Anforderungen an Leistungsfähigkeit und Service gerecht wird.

4.Innovationsökosystem und Kompetenzentwicklung:
Deutschlands digitale Exzellenz wird mit seiner früheren wissenschaftlichen Führungsrolle verglichen und unterstreicht die Notwendigkeit einer starken Bildungs- und Forschungslandschaft, um in der technologischen Innovation führend zu bleiben.

5.Konkrete Ergebnisse schaffen:
Die Weiterentwicklung von Proof of Concepts (PoCs) ist entscheidend, um von theoretischen Diskussionen zu praktischen Anwendungen digitaler Souveränität überzugehen.

Die Diskussion unterstrich die Bedeutung von Resilienz und internationaler Zusammenarbeit für das Erreichen digitaler Souveränität. Sie legt eine Strategie nahe, die nicht auf Abschottung, sondern auf Stärke durch Kooperation und Innovation setzt. Für eine ausführliche Analyse dieser Diskussionen und vorgeschlagenen Strategien lesen Sie den vollständigen Artikel unten.

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01: Die Kunst der Balance – Ambidextrie als Schlüssel zur Souveränität in unserer digitalen Welt

Von Sofie Schönborn und Philip Müller

Angesichts wachsender geopolitischer Spannungen und wirtschaftlicher Unsicherheiten betont der Munich Security Report 2024 die dringende Notwendigkeit für Entscheidungsträgerinnen und -träger, die Dichotomie von Gewinn und Verlust zu überwinden. Der Bericht ruft zu einem Ausgleich zwischen nationaler Resilienz und internationaler Integration auf – einer Ambidextrie, die entscheidend ist, um digitale Souveränität und Handlungsfähigkeit in einer turbulenten Welt zu sichern. Dieser ausgewogene Ansatz ermöglicht es Staaten, aktuellen Herausforderungen wirksam zu begegnen, ohne die Vorteile internationaler Zusammenarbeit aufzugeben.

Die fünf Thesen zur digitalen Souveränität, die im Rahmen unseres ersten Digital Sovereignty Talks entwickelt wurden, spiegeln diese Notwendigkeit wider. Sie betonen die Unverzichtbarkeit digitaler Souveränität für die staatliche Handlungsfähigkeit in einer von Krisen geprägten Welt. Dabei wird sowohl die technologische Unabhängigkeit als auch die Bereitschaft zur globalen Kooperation als essenziell hervorgehoben, um unsere inklusive und resiliente digitale Zukunft aktiv zu gestalten.

Entscheidungsträgerinnen und -träger müssen daher Ambidextrie beherrschen: Sie müssen einerseits in nationale digitale Infrastrukturen und Kompetenzen investieren und andererseits aktiv an internationalen Kooperations- und Standardisierungsprozessen teilnehmen. Dieses Gleichgewicht ist entscheidend, um die Chancen der Digitalisierung voll auszuschöpfen, ohne die eigene Souveränität zu gefährden.

Die im Rahmen des Digital Sovereignty Talks entwickelten fünf Thesen bieten konkrete Ansätze, um die im MSC-Report beschriebenen „Lose-Lose“-Szenarien zu vermeiden und zeigen Wege auf, wie digitale Souveränität in einer vernetzten Welt verwirklicht werden kann. Wir laden Sie ein, sich an der Debatte zu beteiligen und diesen Denkprozess gemeinsam weiterzuentwickeln.

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