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Transatlantic Quantum Forum Tag 2

24. Okt 2022

Der zweite Tag des Forums begann mit einer weiteren Paper-Session einer vielfältigen Gruppe internationaler Forschender. Die Diskussionen rund um die Präsentationen – während der gesamten Konferenz und darüber hinaus – bekräftigten erneut den gemeinsamen Wunsch, die gesellschaftlichen Implikationen von Quantentechnologien bereits in ihrer Entstehungsphase zu diskutieren. Die Vielfalt der Beiträge zeigte, wie breit diese Implikationen sein können und in wie viele Richtungen sich die Forschung künftig entwickeln könnte.

Der zweite Tag des Forums begann mit einer weiteren Paper-Session einer vielfältigen Gruppe internationaler Forschender.

In ihrem Beitrag zur Quantum Workforce präsentierten Frank Leymann und Johanna Barzen, beide von der Universität Stuttgart, ein Curriculum zur Ausbildung von Studierenden im Bereich „Future of Computing“. Ausgehend vom prognostizierten wirtschaftlichen Wert des Quantencomputing-Marktes, insbesondere im Bereich Software und Dienstleistungen, betonen Leymann und Barzen die Notwendigkeit einer Quantum Workforce, die in der Lage ist, Anwendungen zu entwickeln – und sich nicht ausschließlich auf Hardware konzentriert.

Diese gezielt ausgebildete und spezialisierte Fachkräftebasis wird starke interdisziplinäre Kompetenzen benötigen, um ganzheitliche Quantenanwendungen zu entwickeln, die sowohl auf Quantenalgorithmen und Quantencomputern als auch auf klassischer Software basieren. Qualifikationen aus den Bereichen Physik, Softwareentwicklung, Informatik und Quantencomputing werden entscheidend sein, um den prognostizierten wirtschaftlichen Wert zu realisieren und diese speziell konzipierte Quantum Workforce aufzubauen. Leymann und Barzen betonen: „Wir müssen eine Fachkräftebasis ausbilden, die in der Lage ist, ganzheitliche Quantenanwendungen zu entwickeln.“

Die anschließende Diskussion machte weitere Bildungsherausforderungen in diesem sich rasch entwickelnden Feld deutlich. Die schnelle Entwicklung führt nicht nur zu sich ständig verändernden Studienprogrammen, sondern auch zu kontinuierlich wandelnden Anforderungen der Industrie, was das Interesse an lebenslangem Lernen zusätzlich verstärkt.

Vom Bildungsbereich hin zur Forschung präsentierten Astrid Bötticher (Friedrich-Schiller-Universität Jena), Zeki C. Seskir (Karlsruher Institut für Technologie) und Johannes Ruhland (Friedrich-Schiller-Universität Jena) ein Forschungsprogramm für Quantum Humanities. In ihrem Vortrag untersuchten sie die Auswirkungen von Quantentechnologien auf die Sozial- und Geisteswissenschaften sowie auf die Gesellschaft insgesamt.

Das vorgeschlagene Programm folgt drei Ebenen: (i) der Anwendung von Quantenalgorithmen in Forschungsprojekten, die Fragestellungen der Geistes- und Sozialwissenschaften betreffen; (ii) der Reflexion der Methoden, Techniken und Auswirkungen, die mit Quantencomputing verbunden sind; und (iii) den gesellschaftlichen, kulturellen und sozialen Implikationen, die als potenziell tiefgreifende Umbrüche erwartet werden.

Über diese drei Ebenen hinweg werden acht Schwerpunktbereiche skizziert, darunter Chemie, Gesundheit und Verkehr, die allesamt Auswirkungen auf die Geistes- und Sozialwissenschaften haben. Das daraus resultierende Forschungsprogramm „Quantum Humanities“ stellt somit ein hybrides Forschungsfeld dar, an der Schnittstelle zwischen Naturwissenschaften, Geistes- und Sozialwissenschaften sowie Informatik.

Der zweite Tag des Forums begann mit einer weiteren Paper-Session einer vielfältigen Gruppe internationaler Forschender, die zu Quantum Design, Politik, Regulierung und Risikomanagement präsentierten. Amnon Reichmann (Universität Haifa, Quantum Policy Institute) diskutierte gemeinsam mit den Koautoren Mark Pecen und Axel Ferrazzini das Thema „Regulation for the Q-Time“. Die Autoren erörterten, was Regulierungsbehörden angesichts einer möglicherweise bevorstehenden – oder vielleicht doch nicht so bald eintretenden – „Quantenrevolution“ tun könnten.

Die vorgeschlagenen nächsten Schritte für die Regulierung von Quantentechnologien (QT) bestehen darin, die regulatorische Landschaft verständlicher zu gestalten und politische Maßnahmenpakete zu schnüren („regulieren“). Die Autoren stellten fest, dass der regulatorische Raum durch den umgebenden Regulierungsprozess, regulatorische Einstellungen, Inhalte sowie die zeitliche Dimension geprägt sein wird. Da QT sich rasant entwickelt, ist zu bedenken, dass ein Teil dieses Prozesses „unterwegs aufgebaut“ wird. Dies bedeutet jedoch nicht, dass bis zum tatsächlichen Eintritt einer „Quantenrevolution“ ein regulatorisches Vakuum besteht. Der Staat antizipiert und begleitet den Regulierungsprozess bereits jetzt, indem er nicht nur Standards fördert, sondern auch Forschung und Entwicklung sowie Kapazitätsaufbau finanziert.

Darüber hinaus wurde eine während der Konferenz mehrfach betonte Faustregel hervorgehoben: Fünf Prozent der wissenschaftsbasierten Investitionen sollten in Forschung zu Ethik, Politik und Regulierung fließen. Bestehende rechtliche Normensysteme bieten zudem einen Rahmen für neue Technologien wie QT. Für die zukünftige Regulierung von QT betonen die Autoren die Notwendigkeit regulatorischer Sandboxes in einem föderierten, multidisziplinären und koordinierten Ansatz, um potenzielle Risiken zu identifizieren und zu minimieren. „Wir müssen voneinander lernen. Wenn Sie in Deutschland etwas im Rahmen einer Sandbox erproben, sollten wir in Israel davon hören und aus Ihren Erkenntnissen lernen.“

Der zweite Tag des Forums begann mit einer weiteren Paper-Session einer vielfältigen Gruppe internationaler Forschender. Die Diskussionen rund um die Präsentationen – während der gesamten Konferenz und darüber hinaus – bekräftigten erneut den gemeinsamen Wunsch, die gesellschaftlichen Implikationen von QT bereits in ihrer Entstehungsphase zu diskutieren. Die Vielfalt der Beiträge zeigte, wie breit diese Implikationen sind und in welche unterschiedlichen Richtungen sich die Forschung künftig entwickeln könnte.