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Transatlantic Quantum Forum Tag 2

24. Okt 2022

Insgesamt ermöglichte das World Café einen ersten Einblick in die bevorstehende Arbeit, um eine stärker „interdisziplinäre und gemeinschaftssensible“ Wissenschaftskommunikation im Bereich Quantum zu erreichen und interdisziplinäre Forschung in dem noch immer eher abgeschotteten Feld der „Naturwissenschaften“ wachsen zu lassen.

Die World-Café-Session des Transatlantic Quantum Forum begann mit einer Vorstellung verschiedener internationaler Quantum-Initiativen. Obwohl diese Initiativen von akademischen Projekten bis hin zu Programmen zur Bürgerbeteiligung reichen, haben sie alle einen gemeinsamen Nenner: Quantentechnologie und die damit verbundenen zukünftigen Herausforderungen einem breiteren und vielfältigeren Publikum zugänglicher und verständlicher zu machen. Ausgehend von den einleitenden Präsentationen konnten Synergien zwischen den Initiativen identifiziert werden, was später zur Idee eines „Netzwerks von Netzwerken“ führte. Diese Idee bedeutet, dass unterschiedliche Initiativen gemeinsam eine breitere Engagement-Plattform bilden könnten, die grenz- und zielgruppenübergreifend wirkt, um die Kommunikation von Quantenforschung kollektiv voranzubringen.

Im Anschluss an die Vorstellungen starteten die World-Café-Sessions. In diesen kamen verschiedene Stakeholder – darunter unsere Studierenden, Vertreter:innen aus der Wissenschaft sowie aus dem öffentlichen Sektor – zusammen, um Ideen zu entwickeln und auszutauschen. Die Diskussionen wurden von Leitfragen strukturiert, etwa: „Wie interagieren wir und gestalten Zusammenarbeit und Verständnis, und wie stellen wir Diversität und Interdisziplinarität in unseren Netzwerken sicher?“ sowie „Wie können wir die gesellschaftliche Bereitschaft für Quantentechnologie durch Wissenschaftskommunikation fördern? Welche gesellschaftlichen Gruppen benötigen oder erwarten welche Formen von Outreach-Arbeit?“

Diese fruchtbaren Gespräche führten zu interessanten Impulsen, etwa der möglichen Notwendigkeit von Tech-Botschaften. Gleichzeitig führten die Leitfragen häufig zu weiteren Fragen. Beispielsweise: Wer sollte Zugang zu solchen Technologien (z. B. Quantencomputern) haben, und welche Mitarbeitenden in der Industrie sollten angesichts der großen zukünftigen gesellschaftlichen Auswirkungen für eine Rolle als Lehrende im Bereich Quantentechnologie ausgebildet werden?

Worüber sich nahezu alle Gruppen einig waren, war die wachsende Bedeutung interdisziplinärer Studien und Kompetenzen angesichts der Entwicklung innovativer Technologien und deren zunehmend spürbarer Auswirkungen auf viele Bereiche des Alltags. Es besteht ein dringender Bedarf, dass mehrere Disziplinen sich an Debatten über beispielsweise Quantentechnologien beteiligen. Eine mögliche Lösung könnte darin bestehen, mehr Menschen interdisziplinär auszubilden. Darüber hinaus waren sich die meisten Gruppen einig, dass es essenziell ist, Studierende unterschiedlicher Fachrichtungen in eine gemeinsame Debatte einzubeziehen.

Ein weiteres zentrales Argument der Diskussionen betraf die Verantwortung von Wissenschaftler:innen, die zu Quantentechnologien forschen. Es wurde betont, dass Forschende in einer „sozial verantwortlichen Weise“ ausgebildet werden sollten, was die Frage aufwarf, wie eine solche „Weise“ definiert werden kann und welche normative Grundlage damit verbunden wäre. Zudem wurde Wissenschaftler:innen die Verpflichtung zugeschrieben, ihre Forschungsergebnisse verständlich zu kommunizieren und ihre Sprache an das jeweilige Publikum anzupassen. Schließlich wurden Bildungsaspekte angesprochen, um einen Schritt näher an eine „Technologiebereitschaft“ im Bereich Quantum zu gelangen. Mehrere Gruppen und Stakeholder hoben dabei die Idee von Gamification-Ansätzen hervor, um insbesondere jüngere Zielgruppen einzubinden.

Insgesamt ermöglichte das World Café einen ersten Einblick in die bevorstehende Arbeit, um eine stärker „interdisziplinäre und gemeinschaftssensible“ Wissenschaftskommunikation im Bereich Quantum zu erreichen und interdisziplinäre Forschung in dem noch immer eher abgeschotteten Feld der „Naturwissenschaften“ wachsen zu lassen.