Akanksha Bisoyi

Friedrich Schiedel Fellow

Wie sieht Gerechtigkeit aus, wenn sie in den digitalen Raum verlagert wird? Überall in Indien führen Gerichte in rasantem Tempo digitale Instrumente ein – doch die Erfahrungen jener, die diese Systeme tatsächlich nutzen, bleiben bei deren Gestaltung weitgehend unberücksichtigt. Das Projekt „Visions of Justice Space“ untersucht, wie die Digitalisierung der Justiz den Zugang zum Recht und die Rechtsstaatlichkeit in Indien neu formt. Mithilfe partizipativer und Co-Design-Methoden rückt das Projekt die gelebten Realitäten der Justiznutzer in den Mittelpunkt; dabei wird nicht nur gefragt, ob digitale Instrumente funktionieren, sondern auch: für wen und zu welchen Bedingungen? Die gewonnenen Erkenntnisse fließen in Empfehlungen für politische Entscheidungsträger, Justizverwaltungen und Civic-Tech-Organisationen ein, die sich für eine inklusivere und rechenschaftspflichtigere digitale Justiz einsetzen.

Dr. Akanksha Bisoyi ist Postdoktorandin an der Professur für Law, Innovation and Legal Design der TUM School of Social Sciences and Technology. Die ursprünglich aus Indien stammende Juristin erwarb einen BA LLB (Hons) in Mumbai, einen Master-Abschluss in Völkerrecht in Genf sowie einen Doktortitel an der Technischen Universität München, wo sie in ihrer Dissertation das Verhältnis von Blockchain-Technologie und „Rechtsstaatlichkeit durch Design“ (Rule of Law by Design) untersuchte. Ihre Forschung bewegt sich an der Schnittstelle von Recht, Technologie und Governance, wobei ein besonderer Schwerpunkt darauf liegt, wie neue Technologien durch Prinzipien der Legitimität und demokratischen Governance gestaltet – und diesen gegenüber rechenschaftspflichtig gemacht – werden können.