Richard Williams
Dr. Richard Williams ist Postdoktorand im Bereich Philosophie und Wissenschafts- und Technikgeschichte an der Technischen Universität München, wo er in der vom ERC geförderten Forschungsgruppe „Philosophy of Open Science“ unter der Leitung von Prof. Dr. Sabina Leonelli tätig ist. Richards Forschung bewegt sich an der Schnittstelle von politischer Philosophie und Wissenschaftstheorie und konzentriert sich darauf, wie Forschungsinfrastrukturen die demokratische Legitimität wissenschaftlicher Expertise prägen.
Sein Friedrich-Schiedel-Projekt mit dem Titel „Democratic Governance of Transformative Research: Trust, Pluralism, and AI Infrastructures“ entwickelt einen Rahmen, um zu verstehen, wie pluralistische Forschungsökosysteme – also solche, die systematisch diverse Evidenztypen und Datenpraktiken integrieren – sowohl wissenschaftliche Robustheit als auch demokratische Legitimität erreichen können. Im Mittelpunkt dieses Rahmens steht das Konzept der „doppelten Fragilität“: die These, dass sich wissenschaftliche Unsicherheiten und soziale Ausschlüsse gegenseitig verstärken und so Bedingungen schaffen, unter denen öffentliches Misstrauen gegenüber Expertise rational entstehen kann. Aufbauend auf Elinor Ostroms Tradition des polyzentrischen institutionellen Designs untersucht das Projekt, wie KI-gestützte Werkzeuge in Forschungsinfrastrukturen eine pluralistische Wissensproduktion fördern oder untergraben können; zudem entwickelt es praktische Handlungsempfehlungen für Forschungsorganisationen, die sich mit der Governance von Open Science und der Integration von KI befassen – gestützt auf jüngste Arbeiten in Zusammenarbeit mit dem Geneva Science and Diplomacy Anticipator (GESDA) und dem CERN.
Richard promovierte in Philosophie an der Durham University, wo er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am vom ERC geförderten Projekt „Knowledge for Use“ mitwirkte. Zuvor hatte er eine Lehrtätigkeit im Bereich Politische Theorie an der University of Sheffield inne und war als Adam Smith Fellow am Mercatus Center der George Mason University tätig. Richard hat in Fachzeitschriften wie Economics and Philosophy und dem Journal of Ethics and Social Philosophy publiziert; zudem fungiert er als Mitherausgeber der Themenkollektion „Philosophy of Science in Public Policy“ in der Zeitschrift Synthese.