Santiago Hurtado
Santiago Hurtado ist Doktorand an der Professur für Learning Sciences and Educational Design Technologies an der Technischen Universität München. Seine Arbeit untersucht die Schnittstelle zwischen Lerntheorie, digitalen Praktiken von Jugendlichen und Bildungsdesign. Zuvor erwarb Santiago seinen Master of Education (M.Ed.) und schloss sein Psychologiestudium an der Pontificia Universidad Javeriana in Kolumbien ab. Sein internationaler Hintergrund prägt seine Perspektive darauf, wie kulturelle und soziale Kontexte technologiegestütztes Lernen beeinflussen.
Santiagos Forschung konzentriert sich auf das lernerzentrierte Design im Bereich der STEM+C-Bildung (Naturwissenschaften, Technik, Ingenieurwesen, Mathematik und Informatik). Er interessiert sich insbesondere dafür, wie Jugendliche mit Risiken in sozialen Medien sowie mit ethischen Fragen der künstlichen Intelligenz umgehen und wie digitale Praktiken als reichhaltige Quellen für Lernprozesse und Engagement genutzt werden können. Sein Ansatz wurzelt in der Pädagogischen und Sozialpsychologie und zielt darauf ab, die Kluft zwischen dem digitalen Alltag und formalen Bildungsumgebungen zu überbrücken.
Sein Fellowship-Projekt hat das Ziel, über bloße „Trial-and-Error“-Ansätze von Jugendlichen im Umgang mit Online-Sicherheit in sozialen Medien hinauszugehen. Dazu sollen Lernumgebungen geschaffen werden, in denen Jugendliche die komplexen Wechselwirkungen zwischen ihren eigenen Nutzungspraktiken und den Algorithmen sozialer Medien greifbar machen und reflektieren können. Auf der Grundlage der konstruktivistischen Lerntheorie entwickelt das Projekt ein Toolkit aus haptischen und digitalen Aktivitäten, das Jugendlichen helfen soll, undurchsichtige Plattformfunktionen zu visualisieren und transparentere, verantwortungsvollere Architekturen für soziale Medien mitzugestalten. Indem soziale Medien als ein System rekontextualisiert werden, das zum Experimentieren und Modifizieren einlädt, möchte das Projekt Jugendliche als kritische Mitgestalter stärken und eine empirische Grundlage für Initiativen zur digitalen Kompetenzförderung schaffen, die der Handlungsfähigkeit der Nutzer Priorität einräumen.