Quantum Futures
Fachwissen zu neuen Technologien für den öffentlichen Sektor
Quantum Futures ist eine Initiative des Quantum Social Lab, die darauf abzielt, Behörden und Unternehmen Zugang zu dem Forschungsknow-how zu verschaffen, das sie für die Regulierung neuer Technologien benötigen.
Quantentechnologien halten Einzug aus dem Labor in die Praxis, verändern ganze Branchen und gewinnen zunehmend an strategischer Bedeutung. Doch ihre Entwicklung ist kostspielig, ihre Anwendungsfälle sind noch ungewiss, und Fachkräfte, die sich damit auskennen, sind rar – eine Lücke, die weder öffentliche Verwaltungen noch mittelständische Unternehmen durch Neueinstellungen schließen können. „Quantum Futures“ wurde ins Leben gerufen, um dieses Fachwissen dort verfügbar zu machen, wo Entscheidungen tatsächlich getroffen werden. Dabei greift das Projekt auf Doktoranden und Spezialisten zurück, die sich bereits mit diesen Fragen beschäftigen, anstatt von den Institutionen zu verlangen, Kapazitäten aufzubauen, die sie nicht aufrechterhalten können.
Wer wir sind
Quantum Futures ist eine Initiative des Quantum Social Lab am TUM Think Tank, das seit 2022 an der Universität für Politikwissenschaften München an der Schnittstelle zwischen neuen Technologien, Governance und Gesellschaft tätig ist. Unsere Zugehörigkeit erstreckt sich über zwei Fakultäten – Informatik und Politikwissenschaft –, was es uns ermöglicht, zwischen den technischen Aspekten einer Fragestellung und ihren regulatorischen sowie gesellschaftlichen Konsequenzen zu wechseln. Das Labor wird von einer Reihe von Promotionsarbeiten begleitet, die sich mit der Beschaffung neuer Technologien, der Steuerung von Quantensystemen, auf Quantencomputern basierenden Sprachmodellen und quantenbasierten Finanzinstrumenten befassen. Derzeit bauen wir Quantum Futures im Rahmen des „Validate“-Programms von Catalyst GER zu einer nachhaltigen Struktur aus.
Was wir tun
Unser Ziel ist es, gemeinsam mit Behörden und Unternehmen konkrete Fragen zu Quantentechnologie und anderen neuen Technologien zu erörtern: Was kann eine Technologie plausiblerweise leisten, was würde ihr Einsatz bedeuten und wie lässt sie sich regulieren, solange sie sich noch in der Entwicklung befindet? Unsere Ansprechpartner sind Sachbearbeiter und Fachkräfte in Bundes- und Landesministerien sowie Behörden, Landesämtern für Digitales, Kommunalverbänden und Strategieteams in Unternehmen – insbesondere in mittelständischen Firmen ohne eigene Forschungskapazitäten. Was diese Organisationen verbindet, ist der Bedarf an fundierten Einschätzungen in einer unsicheren Situation, zu einem Zeitpunkt, an dem Produkte noch weit vom Markt entfernt sind und die Einstellung eines festangestellten Spezialisten weder möglich noch verhältnismäßig ist.
Unser Vorgehen
Bei jedem Projekt bringen wir diejenigen, die das Problem haben, mit denjenigen zusammen, die bereits daran forschen. Eine Expertendatenbank erfasst die Fachgebiete von Doktoranden und fortgeschrittenen Studierenden sowie von Fachleuten, die wir für die Dauer eines Auftrags unter Vertrag nehmen, sodass ein Team rund um eine bestimmte Fragestellung zusammengestellt werden kann, anstatt aus einem festen Pool ausgewählt zu werden. Darauf aufbauend haben wir ein mehrstufiges Angebot an Formaten entwickelt: eine eintägige „Policy Clinic“ als Einstieg, gefolgt von Workshops, Policy Briefs, Technologiebewertungen, Auftragsforschung und schließlich geförderten Doktorandenstellen. Das Konzept ist bewusst auf beide Seiten ausgerichtet – Organisationen erhalten Fachwissen, auf das sie sonst keinen Zugriff hätten, und Nachwuchswissenschaftler erleben, wie ihre Arbeit außerhalb des Labors Wirkung zeigt. Unser erster Prototyp, Futurefield, wird durch die SPRIND-Initiative „Germany, what goes?“ finanziert und unterstützt öffentliche Stellen bei der Einrichtung von regulatorischen Sandkästen im Rahmen des Bundesversuchsgesetzes.