Fünf „Change! Fellows“ an der TUM SOT: Forschung, die Wandel gestaltet
Transsektorale Forschung für gesellschaftlichen Wandel – gefördert durch die VolkswagenStiftung
Die Technische Universität München (TUM) freut sich über fünf neue Fellowships im Programm Change! der VolkswagenStiftung. Gefördert werden Forschungsprojekte an der TUM School of Social Sciences and Technology (SOT), die wissenschaftliche Exzellenz mit gesellschaftlicher Wirkung verbinden. Die Forschungsteams entwickeln gemeinsam mit Partnerinnen und Partnern aus Zivilgesellschaft, Wirtschaft und öffentlichem Sektor praxisorientiertes Wissen für gesellschaftliche Transformation.
„Die Bewilligung dieser fünf von deutschlandweit insgesamt acht Change!-Fellowships ist ein herausragendes Signal für die Relevanz transdisziplinärer Forschung an der TUM SOT, die durch den TUM Think Tank an der Hochschule für Politik München gestärkt wird. Dass unsere Fellows verschiedene Qualifikationsstufen abbilden, illustriert die Breite unserer Exzellenz. Unsere Forschenden zeigen, wie Wissenschaft gesellschaftliche Verantwortung übernehmen und aktiv zur Gestaltung nachhaltiger Zukunft beitragen kann.“
— Prof. Dr. Urs Gasser, Dekan der TUM School of Social Sciences and Technology & Rektor der Hochschule für Politik München.
In einer Zeit multipler Krisen braucht es mehr als Analysen: Es braucht Wissen, das Wirkung entfaltet. Die VolkswagenStiftung bringt in ihrem Programm Change! Forschende unterschiedlicher Disziplinen mit Akteurinnen aus NGOs, Zivilgesellschaft, Verwaltung, Unternehmen, Start-ups und lokalen Gemeinschaften zusammen. Ziel ist es, Probleme besser zu verstehen, neue Perspektiven zu eröffnen und praxisnahe Wege des gesellschaftlichen Fortschritts aufzuzeigen. So entsteht ein Forschungsansatz, der Erkenntnis und Anwendung verbindet – und damit Veränderung ermöglicht.
Auch die fünf geförderten Change!-Fellowship-Projekte an der TUM School of Social Sciences and Technology folgen diesem Leitgedanken. Sie zeigen auf unterschiedliche Weise, wie Forschung an der Schnittstelle von Technik, Gesellschaft und Politik zur Lösung drängender Zukunftsfragen beitragen kann und unterstreichen die zunehmende Bedeutung von Forschung, die Grenzen zwischen Disziplinen und Sektoren überwindet.
Geförderte Projekte
Anna Antonova (voraussichtlich ab Frühjahr 2026) – Convivial Waterfronts: Reimagining urban coastal conservation for just sustainability Transformations.
Das Projekt “Convival Waterfronts” unter Leitung von Dr. Anna Antonova untersucht, wie Naturschutz und Stadtentwicklung gestalten werden können, sodass Mensch und Natur gleichermaßen profitieren. Ein internationales Forschungsteam aus Deutschland, Bulgarien, Spanien und Albanien entwickelt innovative Schutzkonzepte rund um das Prinzip der "konvivialen Naturschutzarbeit": Statt starre Schutzgebiete zu schaffen, sollen Anwohnerinnen, Künstlerinnen und lokale Akteurinnen gemeinsam Lösungen entwickeln, die Ökosysteme bewahren und gleichzeitig Lebensqualität verbessern. Durch "Urban Living Labs" testet das Team neue Ansätze – von partizipativer Stadtplanung bis zu kreativen Nutzungsformen für Küstengebiete.
Christian Djeffal – Future(s) of Justice
Das Projekt „Future(s) of Justice“ unter Leitung von Prof. Dr. Christian Djeffal erforscht in Kooperation mit Akteurinnen aus der Justiz, wie das deutsche Justizsystem digitalisiert werden kann, ohne seine Grundwerte zu gefährden. Das Forschungsteam bringt Richterinnen und Richter, Verwaltungsmitarbeitende sowie Bürgerinnen und Bürger zusammen, um praxisnahe digitale Lösungen zu entwickeln, die richterliche Unabhängigkeit und den Zugang zur Justiz stärken. Dabei werden Innovationen nicht von oben eingeführt, sondern gemeinsam mit denjenigen entwickelt, die sie später nutzen.
Florian Egli – JET-GROW
Das Projekt „JET-GROW“ unter Leitung von Prof. Dr. Florian Egli befasst sich mit den sozialen und wirtschaftlichen Folgen der grünen Transformation. Mit Methoden der Datenwissenschaft analysiert das Forschungsteam Echtzeitinformationen von mehr als 170.000 Cleantech-Unternehmen, um zu zeigen, wo neue grüne Arbeitsplätze entstehen und welche Qualifikationen gefragt sind. Gemeinsam mit Partnerinnen und Partnern in Bayern und Schottland werden Strategien zur Weiterbildung und regionalen Resilienz entwickelt. Eine begleitende Dokumentarfilmreihe macht die Perspektiven von Menschen sichtbar, die den Wandel unmittelbar erleben.
Manuela Fritz – BAMBOOST
Das Projekt „BAMBOOST“ unter Leitung von Dr. Manuela Fritz untersucht, wie ältere Menschen in Vietnam durch Bambusanbau und Biokohleproduktion ihr Einkommen sichern und zugleich zum Klimaschutz beitragen können. Gemeinsam mit der Vietnam Organization for Better Ageing und der Thanh Hoa Association of the Elderly unterstützt das Forschungsteam 72 generationenübergreifende Selbsthilfegruppen bei der Umsetzung lokaler Biokohle-Initiativen. Die Ergebnisse aus dem Projekt fließen in Politikempfehlungen für die nationale Strategie für ältere Menschen 2025–2035 ein.
Orestis Papakyriakopoulos – Data-Driven Transformative Impact: Reshaping Innovation in NGOs for Social Change
Das Projekt „Data-Driven Transformative Impact“ unter Leitung von Prof. Dr. Orestis Papakyriakopoulos erforscht, wie gesellschaftlicher Wandel messbar gemacht werden kann. Gemeinsam mit dem WWF Global Innovation Team und dem Innovation for Impact Network entwickelt das Forschungsteam ein datenbasiertes Framework, das Nichtregierungsorganisationen (NGOs) dabei unterstützt, Innovation und Wirkung systematisch zu erfassen. Durch KI-gestützte Analysen und Fallstudien in Kambodscha und Brasilien entsteht ein Werkzeugkasten, der Organisationen weltweit hilft, soziale Innovationen zu bewerten und zu skalieren.
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Mehr Informationen„Die TUM School of Social Sciences and Technology als Inkubator für gesellschafts-zentrierte Innovation bietet für diese Art von Forschung ein ideales Umfeld. Die erfolgreich eingeworbenen Change!-Fellowship-Projekte zeigen, wie die Neuausrichtung der technologieorientierten Sozialwissenschaften in Forschung, Lehre und Praxis zur Bewältigung der großen Herausforderungen der Welt beitragen kann. Mit einer Vielfalt von innovativen Ansätzen – wie KI und Datenanalyse, Urban Living Labs, partizipativer Planung, Echtzeit-Monitoring-Tool – können Pioniervorhaben gesellschaftlicher Transformationen – Anpassung an Klimawandel in Küstengebieten, öffentliche Gesundheit, Clean-tech und Digitalisierung der Justiz – angestoßen und ihre komplexen gesellschaftlichen Wirkungen – auf Bildung, Arbeitsplatzsicherheit, Gesundheit, Generationsgerechtigkeit und Demokratie – erfassbar und messbar gemacht werden.“
— Prof. Dr. Silke Beck, Prodekanin für Forschung und Innovation an der TUM School of Social Sciences and Technology.
Mit den fünf Fellowships stärkt die TUM School of Social Sciences and Technology ihr Profil als Ort, an dem sozial- und technikwissenschaftliche Forschung zusammenwirkt, um gesellschaftlichen Fortschritt aktiv mitzugestalten. Die Projekte zeigen, wie Wissenschaft anwendungsorientiert, kooperativ und verantwortungsvoll dazu beitragen kann, nachhaltige Lösungen zu entwickeln.
Die Change!-Fellowships der VolkswagenStiftung fördern Forschungsvorhaben mit einer Laufzeit von vier bis fünf Jahren, die Wissen in die Praxis übertragen und langfristige Wirkung erzielen.