Output / Publikation

Neue Wege in der digitalen Sicherheit für Kinder

26. Jun 2025

Gestaltung einer kindzentrierten digitalen Umgebung, die Rechte, Selbstbestimmung und Wohlbefinden fördert

Gestaltung einer kindzentrierten digitalen Umgebung, die Rechte, Selbstbestimmung und Wohlbefinden fördert

Während digitale Technologien immer stärker in den Alltag integriert werden, sehen sich Kinder sowohl mit beispiellosen Chancen als auch mit sich wandelnden Risiken konfrontiert. Über alle Bereiche hinweg – darunter Eltern/Betreuungspersonen, politische Entscheidungsträger, Pädagogen, Technologen und die Jugendlichen selbst – besteht ein gemeinsames Engagement: die Sicherheit der Kinder in der digitalen Welt zu gewährleisten und gleichzeitig ihre Autonomie zu respektieren sowie einen gerechten Zugang zu allen Möglichkeiten der digitalen Welt sicherzustellen.

Über den Report

“Frontiers in Digital Child Safety: Designing Child-Centered Digital Ecosystems That Support Rights, Agency, and Well-Being” präsentiert eine zukunftsorientierte Vision für die digitale Kindersicherheit. Anstatt sich in erster Linie auf reaktive, auf Einschränkungen basierende Sicherheitsmaßnahmen zu stützen, untersucht der Bericht innovative Wege zur Förderung der digitalen Sicherheit durch kindzentrierte Designstrategien und skizziert einen Fahrplan, um Sicherheit, Rechte, Selbstbestimmung und Wohlbefinden proaktiv in die Struktur digitaler Produkte, Dienste und Richtlinien zu integrieren.

Dieser Bericht ist das Ergebnis einer einjährigen Initiative unter der Leitung einer internationalen, interdisziplinären Arbeitsgruppe aus Forschern, Designern, Pädagogen, Kinderrechtsaktivisten und Politikexperten. Die Initiative wurde von einem akademischen Konsortium unter dem Vorsitz der Professorinnen Sandra Cortesi und Urs Gasser am Think Tank der Technischen Universität München (TUM) in Zusammenarbeit mit dem Berkman Klein Center for Internet & Society der Harvard University und dem Institut für Kommunikations- und Medienforschung der Universität Zürich geleitet.

Wichtige Beiträge

  • Die digitale Kindersicherheit als Gestaltungsmöglichkeit neu definieren: Der Bericht wendet sich von reaktiven, auf Einschränkungen basierenden Modellen ab und schlägt stattdessen vor, die Kindersicherheit als Chance für proaktive, forschungsgestützte und kindzentrierte Interventionsformen zu betrachten.
  • Ein grundlegendes Rahmenwerk, das auf Kinderrechten, Selbstbestimmung und Wohlbefinden basiert: Der Bericht präsentiert eine klare normative Grundlage – verankert in der UN-Kinderrechtskonvention (UNCRC) – und baut auf drei Kernsäulen auf: Kinder in den Mittelpunkt stellen, ihre Selbstbestimmung unterstützen und ihr Wohlbefinden fördern. Diese Prinzipien dienen als Leitlinien für alle vorgeschlagenen Maßnahmen.
  • Vier strategische und umsetzbare Ansätze für Sicherheit:Der Bericht skizziert vier unterschiedliche, aber miteinander verbundene Ansätze zur digitalen Kindersicherheit:
  1. Designansätze, die Vertrauen fördern
  2. Ansätze zur Hilfesuche und Meldung
  3. Gerätebasierte Maßnahmen bei Verhaltens- und Kontaktrisiken
  4. Ansätze zur Aufklärung und zur Gestaltung der Benutzeroberfläche

Jeder Ansatz umfasst konkrete Strategien, Beispiele und Erkenntnisse für die Umsetzung.
Übergreifende Erkenntnisse und ein Aufruf zu Veränderungen auf Ökosystemebene: Anstelle von isolierten Lösungen fordert der Bericht adaptive, lernorientierte Sicherheitsökosysteme, die durch nachhaltige, sektorübergreifende Zusammenarbeit aufgebaut werden. Er identifiziert zudem Spannungsfelder, die transparent ausgehandelt werden müssen.

Forschungsarchiv

Alle im Bericht zitierten Quellen wurden in einem ständig wachsenden Forschungsarchiv zusammengestellt. Die Arbeitsgruppe hofft, dass diese Sammlung als hilfreiche Ressource für Forscher, Praktiker und Interessenvertreter dienen wird, die ihr Verständnis für die digitale Kindersicherheit vertiefen und die Evidenzbasis erweitern möchten.

Weitere Beiträge von Mitgliedern der Arbeitsgruppe

Download 

Klicken Sie hier, um den vollständigen Bericht herunterzuladen:

Bericht

Bleiben Sie auf dem Laufenden

  • Gibt es eine Veröffentlichung oder Studie, die Ihrer Meinung nach in das Repository aufgenommen werden sollte?
  • Möchten Sie einen Runden Tisch oder einen Community-Austausch veranstalten?
  • Sind Sie daran interessiert, gemeinsam Bildungsmaterialien für Kinder, Eltern/Betreuungspersonen oder Pädagogen zu entwickeln?
  • Möchten Sie dabei helfen, den Bericht in andere Sprachen zu übersetzen oder ihn für bestimmte Zielgruppen anzupassen?

 

Wir würden uns sehr über Ihre Rückmeldung freuen.

Bitte wenden Sie sich an:

Sandra Cortesi (sandra.cortesi@tum.de​)

Urs Gasser (urs.gasser@tum.de).

Mitwirkende

Sandra​ Cortesi​

CO-PRINCIPAL INVESTIGATOR

Urs Gasser

CO-PRINCIPAL INVESTIGATOR

Hosts

  • Technische Universität München

    Urs Gasser
    Noha Lea Halim 
    Camila Hidalgo 
    Anna Maria Schneider
    Markus Siewert

  • Abteilung für Kommunikation und Medienforschung (UZH), University of Zurich

    Christopher Bavitz
    Madeline McGee
    Leah Plunkett

  • Arbeitsgruppe

    Isobel Acquah, Certa Foundation

    Stephen Balkam, FOSI

    Michael Best, Georgia Tech

    Lionel Brossi, University of Chile; Berkman Klein Center

    Ernesto Caffo, S.O.S.- Il Telefono Azzurro Onlus; Fodazione Child; University of Modena

    Anne Collier, NetFamilyNews

    Sebastian Diaz, Berkman Klein Center

    Nathan Freitas, Guardian Project; Berkman Klein Center

    Alexa Hasse, Tufts University

    Sameer Hinduja, Cyberbullying Research Center, Florida Atlantic University; Berkman Klein Center

    Chelsea Johnson, ASML; Berkman Klein Center

    Lisa Jones, Crimes against Children Research Centre (CCRC), University of New Hampshire

    Laura Jeanne D'arc Kagina, Certa Foundation

    Daniel Kardefelt Winther, UNICEF Innocenti

    Enkelejda Kasneci, Technical University Munich

    Claudia Lampert, Leibniz Institute for Media Research | Hans-Bredow-Institut

    Amanda Lenhart, Joan Ganz Cooney Center 

    Larry Magid, ConnectSafely

    Meg Marco, ASML; Berkman Klein Center

    Latifah Mariza, Certa Foundation

    Leigh McCook, Georgia Tech

    Andras Molnar, OECD; Berkman Klein Center

    Riana Pfefferkorn, Stanford Institute for Human-Centered AI

    Maria Jose Ravalli, UNICEF

    Michael Rich, Harvard Medical School

    Fanny Rotino, ITU

    Lara Schull, ASML; Berkman Klein Center

    Fabio Senne, Cetic.br

    Elisabeth Sylvan, Brown University; Berkman Klein Center

    Rebecca Tabasky, Berkman Klein Center

    Amanda Third, Young and Resilient Research Centre, Western Sydney University; Berkman Klein Center

    Andrew Zack, FOSI

Projekte

Frontiers in Digital Child Safety

Die Initiative Frontiers in Digital Child Safety möchte zu laufenden Debatten über neue Wege zur Förderung des Kinderschutzes beitragen – durch eine Reihe von Open-Source-Materialien, darunter Forschungskurzberichte, Problemübersichten oder technische Beschreibungen. Sie ergänzt bestehende und entstehende Kinderschutzbemühungen.
Die transatlantische Multi-Stakeholder-Initiative am TUM Think Tank wird durch finanzielle Unterstützung von Apple ermöglicht. Sie lädt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der TUM, der Harvard University und der Universität Zürich zur Zusammenarbeit ein und fördert Beiträge einer globalen Forschungsgemeinschaft. Die Initiative wird eine Reihe innovativer technologischer, pädagogischer und weiterer Ansätze zur Prävention und Bekämpfung digitaler Kinderschutzprobleme untersuchen.

Projekt

Das Youth and Media Lab arbeitet mit partizipativen, evidenzbasierten Forschungsmethoden, die junge Menschen aktiv einbeziehen – gemeinsam mit Expertinnen aus Psychologie, Medienwissenschaft, Recht, Pädagogik und weiteren Disziplinen.

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