Paul Trauttmansdorff

Friedrich Schiedel Fellow

Paul Trauttmansdorf ist Friedrich-Schiedel-Stipendiat am TUM Think Tank und untersucht die Entwicklung medizinischer Gesichter durch Gesichtserkennungstechnologien. Das Projekt nennt sich "Coding Faces in Medicine. Exploring the societal and ethical challenges of facial recognition technology in medicine and healthcare".

Er ist Postdoktorand in den Science and Technology Studies (Sozialstudien der Wissenschaft und Technik). Er ist am Lehrstuhl für Philosophie und Geschichte der Wissenschaft und Technik an der School of Social Sciences and Technology der Technischen Universität München tätig.

Seine Forschung konzentriert sich auf Imaginationen und Infrastrukturen der Datafizierung. Besonders interessiert ihn, wie Körperdaten produziert, bewertet, zirkuliert und gespeichert werden und wie diese Praktiken Wissensformen und Governance-Strukturen in Bereichen wie Sicherheit, Überwachung und Medizin prägen. Sein jüngstes Projekt untersucht den Einsatz von Gesichtserkennung für Zwecke der diagnostischen Medizin und Gesundheitsversorgung. Zu seinen Publikationen zählen The Digital Transformation of the European Border Regime (2024) und Technopolitics and the Making of Europe. Infrastructures of Security (2024).

Paul absolvierte seine Bachelorabschlüsse in Philosophie an der Universität Wien sowie in Volkswirtschaftslehre an der Wirtschaftsuniversität Wien, gefolgt von einem MSc in Political Sociology an der London School of Economics and Political Science. Im Rahmen seiner Promotion in Science and Technology Studies erforschte er die kollektiven Visionen von Grenzsicherheit, die der Entwicklung großangelegter Datenbanken für die Migrationssteuerung in Europa zugrunde liegen.

Seine Promotion schloss Paul 2022 als Fellow der Österreichischen Akademie der Wissenschaften am Institut für Wissenschafts- und Technikforschung der Universität Wien ab. Zuvor war er als Postdoktorand am Department of Philosophy and Communication Studies der Universität Bologna sowie am Lehrstuhl für Techniksoziologie an der European New School of Digital Studies der Europa-Universität Viadrina tätig.

Projekte

Jenseits traditioneller Fachgrenzen begleitet das Friedrich Schiedel Fellowship Fellows mit vielfältigen Hintergründen, die sich der Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen widmen und Ansätze zum Wohle der Allgemeinheit entwickeln möchten.

Fellowship

Wie lesen und diagnostizieren Algorithmen das menschliche Gesicht?

Wie werden Gesichtsdaten zu medizinischen Daten? Welche Systeme verwalten medizinische Gesichtsdaten? Welche ethischen Risiken birgt medizinische Gesichtserkennung?

Projekt

News

Rückblick

Datenethik in der Praxis: Eine „Data Clinic“ zur Untersuchung des Einsatzes von KI im Fintech-Bereich in Afrika

Die Vermittlung von Datenethik auf praktische und für die Lernenden zugängliche Weise ist entscheidend für das Ziel des EDI, aktive ethische Reflexion in jeder Phase der Datenarbeit zu fördern. An der Technischen Universität München setzen wir diesen Grundsatz im Sommersemester 2025 im Rahmen einer „Data Clinic“ in die Praxis um.

17. Nov 2025
Beachtenswert

Münchner Manifest für eine Gerechte und Offene Wissenschaft

Das Münchner Manifest für gerechte Open Research wurde offiziell veröffentlicht und formuliert eine gemeinsame Vision für eine inklusivere, ethischere und gerechtere globale Forschungsgemeinschaft.

Das Rahmenwerk wurde im Rahmen des PHIL_OS-Projekts nach umfassenden Konsultationen mit internationalen Stakeholdern und Partnern entwickelt. Es soll sicherstellen, dass Open-Research-Praktiken allen Mitwirkenden zugutekommen – unabhängig von ihrem Standort oder ihren finanziellen Ressourcen. Die Ethical Data Initiative ist stolz darauf, zu den Erstunterzeichnern des Manifests zu gehören.

15. Sep 2026

Events

Workshop

Ethik und Handlungsfähigkeit algorithmischer Gesichter in der Medizin

Ethical Data Initiative

TUM Think Tank
13. — 14. Apr 2026