Förderung evidenzbasierter Forschung zu digitaler Kommunikation und Plattformgovernance, um sicherere und demokratischere Online-Räume zu gestalten.

Das Content Moderation Lab untersucht, wie digitale Plattformen Online-Äußerungen regulieren – und wie sich diese Entscheidungen auf das Verhalten der Nutzer:innen, die öffentliche Meinung und die demokratische Teilhabe auswirken.

Basierend auf praxisnahen Daten und länderübergreifenden Perspektiven schlägt das Lab eine Brücke zwischen Forschung und Politik, um eine transparentere, inklusivere und verantwortungsvollere Inhaltsmoderation zu fördern.

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Über das Lab

Online-Kommunikation ist zentral für das demokratische Leben und dennoch wird heftig darüber gestritten, was als akzeptabler Inhalt gilt. Zu oft konzentrieren sich globale Debatten auf Gesetze und Plattformrichtlinien, während die Stimmen der Nutzer:innen ungehört bleiben.

Das Content Moderation Lab wurde gegründet, um diese Diskussion neu auszurichten und öffentliche Meinungen, Perspektiven der Zivilgesellschaft und datenbasierte Forschung ins Zentrum der Inhaltsgovernance zu rücken.

Wie wir arbeiten

Das Content Moderation Lab erforscht wie Plattformen Online-Kommunikation regulieren und wie sich diese Entscheidungen auf öffentliche Meinungen, Nutzerverhalten und demokratische Teilhabe auswirken

Wir nutzen einen Methodenmix, darunter groß angelegte Umfragen, experimentelle Forschung und digitale Verhaltensdaten, um sowohl Plattformpraktiken als auch Reaktionen der Bürger:innen in unterschiedlichen rechtlichen und kulturellen Kontexten zu analysieren.

Das Lab ist eine gemeinsame Initiative der Technischen Universität München (TUM) und der University of Oxford und arbeitet eng mit zivilgesellschaftlichen Organisationen und öffentlichen Institutionen zusammen unter anderem mit dem Bayerischen Justizministerium und der Meldestelle REspect!.

Durch interdisziplinäre Forschung und Politikberatung wollen wir Erkenntnisse generieren, die eine transparentere, inklusivere und demokratisch verankerte Inhaltsmoderation unterstützen.

Unsere Projekte

Forschung: Das Lab betreibt interdisziplinäre Forschung, um zu verstehen, wie Bürger:innen Inhaltsmoderation wahrnehmen und mit ihr interagieren, mit besonderem Fokus auf Einstellungen zur Meinungsfreiheit. Das Team an der TUM und in Oxford veröffentlicht wissenschaftliche Artikel und Politikberichte, die theoretische Erkenntnisse mit praxisrelevanten Fragen verbinden.

Daten: Die Arbeit des Labs stützt sich auf "unique data sources", darunter eine weltweite Umfrage zu öffentlichen Einstellungen und reale Meldungen von Hassrede. In Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Partnern generieren wir empirische Einblicke in Nutzererfahrungen, Meldeverhalten und Online-Toxizität.

Politikberatung: Das Content Moderation Lab übersetzt Forschungsergebnisse in umsetzbare politische Empfehlungen, durch Kooperationen mit Regulierungsbehörden, Justizministerien und Plattformakteuren. Gemeinsam mit Institutionen wie dem Bayerischen Justizministerium erforschen wir, wie Künstliche Intelligenz und evidenzbasierte Strategien zur Erkennung und Moderation schädlicher Inhalte beitragen können.

Öffentlichkeitsarbeit: Um informierte Debatten zu fördern, teilt das Lab seine Erkenntnisse über öffentliche Diskussionsformate, Policy Briefs und Multi-Stakeholder-Workshops. So stellen wir sicher, dass unsere Forschung Entscheidungsträger:innen, Regulierungsbehörden und zivilgesellschaftliche Akteure erreicht.

Werde Teil unserer Community

An unseren Veranstaltungen und Workshops teilnehmen, unsere neuesten Forschungsergebnisse entdecken oder mitarbeiten – als politische Entscheidungsträger, zivilgesellschaftliche Organisation oder Forschende.

Das Content Moderation Lab freut sich über Beiträge von Studierenden und Nachwuchsforschenden und kooperiert aktiv mit anderen Labs des TUM Think Tanks, um die gesellschaftlichen Auswirkungen digitaler Technologien zu untersuchen. Für weitere Informationen steht fernanda.sauca@tum.de​ zur Verfügung. 

Team

Yannis Theocharis

PI

Spyros Kosmidis

PI

Friederike​ Quint​

Lab member

Jan​ Zilinsky

Lab member

Outputs

  • Publikation

    Weltweite Umfrage zeigt Ablehnung der uneingeschränkten Meinungsfreiheit

    Die meisten Menschen befürworten die Einschränkung schädlicher Inhalte in den sozialen Medien, selbst in Ländern, die zu uneingeschränkter Meinungsfreiheit neigen. Viele glauben jedoch, dass Intoleranz und Hass im Internet unvermeidbar sind. Eine globale Umfrage des Content Moderation Lab des TUM Think Tanks und der Universität Oxford zeigt unterschiedliche Einstellungen in zehn Ländern.

    10. Feb 2025
  • Publikation

    Bewährte Verfahren zur Löschung schädlicher Inhalte in sozialen Medien

    Das Policy Paper erweitert das Argument, dass soziale Medienplattformen bei der Inhaltsmoderation einen Soft-Deletion-Ansatz wählen sollten. Anstatt schädliche Beiträge vollständig zu löschen, werden sie durch Hinweise ersetzt, die erklären, warum der Inhalt entfernt wurde. Dadurch bleibt der Gesprächsverlauf erhalten und es entsteht Transparenz. Betroffenen Nutzerinnen und Nutzern sollte außerdem die Möglichkeit gegeben werden, eine Hard Deletion zu wählen. Dieser Ansatz fördert Verantwortlichkeit und bewahrt zugleich den Kontext.

    24. Jun 2024
  • Publikation

    Social Media and Content Moderation

    Das Kapitel „Social Media und Inhaltsmoderation: Regulatorische Antworten auf eine zentrale demokratische Frage“ von Christian Djeffal untersucht die soziotechnischen Zusammenhänge der Inhaltsmoderation in sozialen Medien und erörtert mögliche regulatorische Antworten.

    30. Sep 2023

News

Rückblick

Reimagining Online Discourse

Keynotes, panel discussions, mini-workshops, and networking breaks brought together diverse stakeholders from academia, civil society, industry, and government for the third edition of the Facilitating Constructive Dialogue Workshop. Together, we explored the latest research on harmful online content and brainstormed actionable strategies to address these pressing challenges.

16. Jan 2025
Rückblick

Das Content Moderation Lab auf der re:publica25

Das Gleichgewicht zwischen Online-Meinungsfreiheit und Schutz vor Schaden

29. Aug 2025
Rückblick

Das Content Moderation Lab beim Training des European Observatory of Online Hate in Berlin

Das European Observatory of Online Hate (EOOH) veranstaltete in Berlin ein zweitägiges Training, das Expertinnen und Experten aus Recht, Forschung, Zivilgesellschaft und Strafverfolgung zusammenbrachte, um sich einer der dringendsten Herausforderungen unserer Zeit zu stellen: dem Hass im Netz.

29. Aug 2025
Rückblick

Bekämpfung von Online-Hass

Das Content Moderation Lab veranstaltete sein erstes externes Event im Rahmen des zweitägigen Online-Hass-Gipfels von das NETTZ. In einem herausragenden Workshop zum Thema „Transparenz und Einstellungen zur Inhaltsmoderation in sozialen Medien“ präsentierte das Team seine neuesten Forschungsergebnisse und regte einen lebendigen Austausch mit den Teilnehmenden an.

24. Jun 2024
Beachtenswert

Toxisches Entertainment?

In diesem Projekt werden Unterhaltungstheorien, visuelle Kommunikation und toxische Sprache zusammengeführt, um zu verstehen, wie und warum Toxizität als akzeptabler angesehen wird, wenn sie als Unterhaltung getarnt wird. Es setzt KI-Methoden ein, um toxische Unterhaltung in großem Maßstab zu identifizieren, zu klassifizieren und zu kartieren, qualitative Methoden, um ihre Eigenschaften zu untersuchen, sowie experimentelle Methoden, um ihre Auswirkungen auf das individuelle Verhalten zu verstehen.

09. Jan 2024
Rückblick

Workshop "Inhaltsmoderation und freie Meinungsäußerung in sozialen Medien"

Von den ideologischen Vorurteilen in der Inhaltsmoderation, der Politik der Plattformregulierung und den Präferenzen der Bürger für die Regulierung von Hassrede online bis hin zur Wirksamkeit der Kennzeichnung von Inhalten als KI-generiert - dieser Workshop umfasste eine breite Palette von Themen und betonte die Notwendigkeit transnationaler Gespräche über Inhaltsmoderation.

30. Okt 2023