Futurefield

Futurefield ist der erste Prototyp von „Quantum Futures“: ein Tool, mit dem Behörden Technologieversuche innerhalb von Tagen statt Monaten vorbereiten können – rechtssicher, technisch genau spezifiziert und als Open Source.

Behörden, die neue Technologien erproben wollen, scheitern selten an der Technologie selbst. Sie scheitern an zu restriktiven oder zu unklaren Vorschriften sowie an der Frage, welche Technologien überhaupt einen Test wert sind. Zudem fehlt es an einer gemeinsamen Wissensbasis zwischen den Ministerien: Jede Behörde fängt bei Null an, und was in einem Pilotversuch festgestellt wird, fließt selten in den nächsten ein. Das Bundeserprobungsgesetz wird es den Verwaltungen ermöglichen, digitale und vereinfachte Verfahren ressortübergreifend zu erproben, doch welche Bestimmung für welches Projekt gilt und wie ein Pilotversuch als Grundlage für eine bundesweite Einführung dient, bleibt offen. Futurefield schließt diese Lücke und begleitet eine Behörde von der Absicht, eine neue Technologie zu erproben, bis hin zu einem Plan, den sie tatsächlich einreichen kann.

Wer wir sind

Futurefield wurde vom Quantum Social Lab-Team entwickelt, das auch hinter „Quantum Futures“ am TUM Think Tank steht und seit 2022 an der Schnittstelle zwischen neuen Technologien, Governance und Gesellschaft arbeitet. „Quantum Futures“ bietet Behörden und Unternehmen Zugang zu der Forschungskompetenz, die sie für die Steuerung neuer Technologien benötigen; „Futurefield“ ist der erste Prototyp dieses Projekts, der einen Teil dieser Kompetenz in ein Tool umsetzt, das jede Behörde nutzen kann. Das Projekt wurde für die Mission „Deutschland, was geht?“ der Bundesagentur für disruptive Innovationen (SPRIND) ausgewählt, und das Team wird es in den kommenden Monaten weiterentwickeln und in der Praxis erproben.

Informationen über SPRIN-D

Das Team

Prof. Dr. Urs Gasser (PI) – Advisor Governance 

Fabienne Marco – Project Lead & Technical Lead

Gabriela Boechat – Head of Public Sector Innovation

Philip Pfaller – Innovation Manager

Prof. Dr. Boris Paal – Advisor Legal Tech

Prof. Dr. Georg Groh – Advisor NLP & AI

Was wir machen

Futurefield beantwortet beide Teile der Frage, mit der jedes Pilotprojekt konfrontiert ist. Eine Behörde beschreibt ihr Projekt auf der Plattform und erhält die entsprechende Erprobungsklausel mit zulässigen Abweichungen, Schutzmaßnahmen und einem prüfungsfähigen Erprobungsplan sowie ein passendes technisches Testkonzept einschließlich Protokollen und Infrastrukturempfehlungen. Behörden können von beiden Seiten her einsteigen: entweder mit einer Technologie, die sie erproben möchten, oder mit einem Problem, für das noch eine geeignete Technologie gefunden werden muss. Da jedes Projekt auf die gleiche Weise vorbereitet und dokumentiert wird, lassen sich Entscheidungen erstmals behörden- und abteilungsübergreifend vergleichen, und jede dokumentierte Erprobung trägt zu einer gemeinsamen Evidenzbasis bei, anstatt in einer einzelnen Akte zu verschwinden. Futurefield ist nicht als eigenständiges Projekt gedacht. Das Team arbeitet daran, es in „Quantum Futures“ zu integrieren, eine maßgeschneiderte Plattform für die Steuerung neuer Technologien, und bringt diese Idee in diesem Herbst in die „Validate“-Phase von „Catalyst GER“ ein – dem bundesweiten Pilotprogramm, an dem die TUM teilnimmt und das Forscher aus den Sozial- und Geisteswissenschaften dabei unterstützt, ihre Arbeit in die Praxis umzusetzen.

Wie wir arbeiten

Zwei kuratierte Wissensdatenbanken bilden die Grundlage des Tools: eine rechtlich validierte, maschinenlesbare Darstellung der allgemeinen Versuchsklausel und der Versuchsklauseln sektorspezifischer Gesetze sowie ein Katalog neuer Technologien mit Reifegraden, Anwendungsbereichen und Testanforderungen. Ein KI-Assistent arbeitet ausschließlich auf Basis der kuratierten Rechtsdatenbank, wobei jede Aussage auf die zugrunde liegende Norm zurückgeführt wird, sodass jede Empfehlung überprüft werden kann, anstatt sie blind zu vertrauen. Ein technischer Konfigurator legt anschließend die Testumgebung selbst fest, von Simulationsumgebungen und Cloud-Zugängen über echte Hardware bis hin zu Feldtestaufbauten. Der Kern wird als Open Source auf openCoDE.de veröffentlicht und kann vom öffentlichen Sektor frei genutzt werden, wobei die fortlaufende rechtliche Kuratierung nachhaltig durch Abonnements finanziert wird.

Team

Urs Gasser

PI & Advisor governance

Fabienne Marco

project lead & technical lead

Gabriela Boechat

head of public sector innovation

Philip Pfaller

Innovation manager

Boris Paal

LEGAL tech ADVISOR

Georg Groh

Advisor NLP & AI

Projekte

Quantum Futures

Quantum technologies are reshaping entire industries, but building the expertise in-house is slow and expensive. Quantum Futures connects public authorities and companies with the researchers already working on these questions — in formats that range from a one-day policy clinic to a funded doctoral position.

Projekt

Uniting diverse perspectives to explore the societal and ethical frontiers of the quantum revolution.

Lab