Das Tech-Regulierungsdilemma: Recht und Politik der Wettbewerbsregulierung in digitalen Märkten

Wann entscheiden sich Länder für die Regulierung von Technologie? Wie stark prägen externe Einflüsse die nationale Tech-Regulierung? Setzt der Brüssel-Effekt globale Standards?

Über das Projekt

Technologische Innovationen steigern die Effizienz in zahlreichen Sektoren – von Fintech und Landwirtschaft bis hin zu Gesundheitswesen und Verwaltung – in einem noch nie dagewesenen Ausmaß. Doch der rasante Aufstieg digitaler Plattformen und Monopole hat erhebliche soziale, kulturelle, wirtschaftliche und politische Herausforderungen mit sich gebracht. Es herrscht breiter Konsens darüber, dass die Vorteile dieser Innovationen ohne durchdachte Regulierung nicht gerecht verteilt werden und das öffentliche Vertrauen sowie das Gemeinwohl sogar gefährden könnten. Die Debatte darüber, ob – und wie – Technologie reguliert werden sollte, bleibt umstritten, insbesondere angesichts des globalen geopolitischen Wettbewerbs.

Drei dominante Modelle haben sich herausgebildet: der innovationsgetriebene Ansatz der Vereinigten Staaten, das staatsgelenkten Modell Chinas und der menschenzentrierte Rahmen der Europäischen Union, verkörpert durch den Artificial Intelligence Act (AIA), den Digital Markets Act (DMA) und den Digital Services Act (DSA). Diese EU-Regulierungen, obwohl weltweit einflussreich, haben Kontroversen über ihre möglichen Auswirkungen auf Wettbewerbsfähigkeit und Innovation ausgelöst. Trotz dieser Spannungen bleibt eine wirksame Tech-Regulierung unverzichtbar, um Schäden zu begrenzen, öffentliches Vertrauen aufzubauen, verantwortungsvolle Innovation zu fördern und die globale Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Mit dem Fokus auf die Regulierung des Wettbewerbs auf digitalen Märkten zielt dieses Projekt darauf ab, einen politikwissenschaftlichen Ansatz zu entwickeln, der die Bedingungen aufzeigt, unter denen Regierungen wahrscheinlich Regulierungen für den digitalen Marktwettbewerb (Digital Market Competition Regulations, DMCR) – ähnlich dem EU-DMA – einführen werden.

About the Fellow

Vellah Kedogo Kigwiru ist Postdoktorandin am TUM-Lehrstuhl für Internationale Beziehungen. Sie forscht zu Technologie-Governance mit dem Schwerpunkt darauf, wie Politik technologische Regulierungsansätze in Afrika beeinflusst und wie die EU durch ihre globale Regulierungsmacht Technologieregulierungen weltweit prägt.

Vellah Kedogo Kigwiru

Friedrich Schiedel Fellow

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