Forschung zur Erfassung psychologischer Auswirkungen interaktiver Systeme auf unsere Kognition, Sozialität, Emotionen und Verhaltensweisen
Wie wirken sich interaktive Systeme auf unsere Gesundheit aus? Welche kognitiven und verhaltensbezogenen Veränderungen entstehen durch KI und XR? Wie können wir mit diesen Auswirkungen umgehen?
Über das Projekt
Das Projekt „Psychological Impact Spectra for Interactional Systems" stellt ein Framework vor, um zu bewerten, wie Systeme wie Spiele, XR (VR/AR), Empfehlungsalgorithmen und LLMs die menschliche Psyche prägen. Da diese Technologien zunehmend in Bildung, Arbeit, Gesundheit und soziales Leben eindringen, erfordern ihre oft vielschichtigen und kontextabhängigen Auswirkungen ein differenziertes Verständnis.
Mithilfe einer interdisziplinären, personabasierten Workshop-Methode untersuchten 29 Expertinnen und Experten aus Europa, Nordamerika und Ozeanien – aus den Bereichen Psychologie, Design, UX, Neurowissenschaften und Ethik – diese Effekte anhand fiktiver Personas und erfassten dabei unterschiedliche kulturelle und sozioökonomische Perspektiven. Dies offenbarte Auswirkungen in vier Bereichen: sozial, kognitiv, emotional und verhaltensbezogen. Das Projekt definiert sechs psychologische Wirkungsspektren: Soziale Verbundenheit & Zugehörigkeit; Handlungsfähigkeit & Autonomie; Kognitive Belastung & Fokus; Emotionales Wohlbefinden & Regulation; Identitätsintegrität & Selbstausdruck; sowie Selbstregulation & Grenzmanagement. Diese Spektren bilden positive und negative Kontinua ab und unterstützen künftige Messansätze, wobei eine kulturübergreifende Validierung weiterhin unerlässlich bleibt.
Insgesamt unterstützt die Forschung verantwortungsvolles Design und evidenzbasierte Politik, indem sie einen strukturierten Ansatz zur Bewertung psychologischer Auswirkungen bietet – mit dem Ziel, Technologien zu fördern, die das Wohlbefinden steigern und Schäden minimieren.
About the Fellow
Auxane Boch ist stellvertretende Forschungsdirektorin am Institut für Ethik in der Künstlichen Intelligenz der TUM. Sie erforscht, wie XR, Spiele und KI die menschliche Psyche verändern, und untersucht deren psychologische und ethische Auswirkungen. Als Cyberpsychologin entwickelt sie Frameworks für eine verantwortungsvolle Tech-Governance, die menschliches Aufblühen fördert.